Willkommen auf den Seiten des BUND Kreisverband Nordhausen

Naturschutzgebiet "Mühlberg"

Foto: BUND Kreisverband Nordhausen

Termin monatliche Sitzung:

Besuchen Sie unsere monatliche Sitzung und lernen Sie unsere Aufgaben und Projekte persönlich kennen:
Jeder 1. Dienstag im Monat
ab 18.30 Uhr
Ort:
Vereinshaus „Thomas Mann“
Wilhelm-Nebelung-Straße 39
99734 Nordhausen

Eine genaue Wegbeschreibung finden Sie unter Kontakt

Nächster Landschaftspflegeeinsatz:

Interessenten melden sich bitte unter: 01716530123 bei Bodo Schwarzberg

Informationen zum Moderationsprozess Biosphärenreservat Südharz/Kyffhäuser finden Sie unter:

https://www.moderation-biosphärenreservat.de/

Vortrag „Der Wolf im Südharz“

Referent: Armin Hoch, Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Wolf

Foto: Dieter Hoppe

Wann? Dienstag, den 27. Februar 2018, um 18:00 Uhr

Wo? Thomas-Mann-Vereinshaus Nordhausen, Wilhelm-Nebelung-Straße 39

Kaum eine Tierart polarisiert die öffentliche Meinung derart wie der Wolf. Als vermeintliche Gefahr für Menschen und Schädling für Haus- und Wildtiere ist der Wolf über einen langen Zeitraum erbittert bekämpft und schließlich ausgerottet worden.

Seit den 1990er Jahren leben Wölfe wieder in Deutschland und es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich die Art auch im Harz wieder ansiedelt. Viele Naturfreunde begrüßen diese Entwicklung, während Landwirte, Jäger und andere Bevölkerungsgruppen diese Entwicklung kritisch betrachten.

Armin Hoch zeichnet in seinem Vortrag ein sachliches Bild dieser Wildhundart, berichtet über die ehemalige Verbreitung im Südharz, stellt Nachweismethoden vor und lässt auch das Thema Wölfe und Nutztiere nicht aus.

Selbstloser Einsatzwille für den Artenschutz

Auch in diesem Jahr waren die Mitglieder des BUND Nordhausen viel in der Natur unterwegs um seltene Flora und Fauna zu bewahren. Bodo Schwarzberg will sich kurz vor Weihnachten noch einmal für den selbstlosen Einsatz bedanken und fordert neue Herangehensweisen in Sachen Artenschutz…

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,ich wünsche Euch ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch ins Jahr 2018, und ich möchte Euch zugleich meinen Dank aussprechen für Euren selbstlosen Einsatzwillen in der am Artenschutz ausgerichteten Landschaftspflege. Auch 2017 habt ihr, haben wir, die erforderliche Pflegekontinuität auf den artenreichsten Flächen unserer einmaligen Landschaft fortgesetzt, und damit überregional bedeutsame Bestände von zum Teil hochgradig gefährdeten Pflanzenarten und Pflanzengesellschaften erhalten können.

Damit handelten wir im Sinne der Verordnungen, die einst zur Sicherung des Inventars unserer Naturschutzgebiete erlassen wurden und im Sinne des Verschlechterungsverbotes der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Nachgewiesenermaßen haben sich die Individuenzahlen einer ganzen Reihe bedrohter Arten auf unseren Pflegeflächen seit Beginn der regelmäßigen Einsätze im Jahre 2003, und verstärkt ab 2010, vergrößert.

Als Beispiel sei hier nur die nationale Verantwortungsart Breitblättriges Knabenkraut im NSG Rüdigsdorfer Schweiz angeführt, das nach jahrelangem Rückgang durch Nutzungsaufgabe in diesem Jahr erstmals eine Bestandserholung anzeigte. Im Umkehrschluss kann es als sicher gelten, dass unsere Landschaft ohne unsere Maßnahmen um einige Dutzend Vorkommen bedrohter Arten ärmer wäre.

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Durch kontinuierliche, von Mitgliedern und Freunden des BUND-Kreisverbandes Nordhausen durchgeführte Mahd entwickelte sich in einem kalkreichen Flachmoor im NSG Rüdigsdorfer Schweiz ein Massenbestand des gefährdeten Schmalblättrigen Wollgrases. Auch weitere bedrohte Arten, die auf Mahdund Nährsrtoffarmut angewiesen sind, siedeln in diesem extrem selten gewordenen Biotoptyp. Durch einseitige Vorhaben des Landschaftspflegeverbandes jedoch ist diese positive Entwicklung gefährdet. (Aufnahme 2015)

Dies gilt umso mehr, als die öffentlich angestrengten Vorhaben fast ausschließlich flächen- und nicht wuchsortbezogen, das heißt auch zeitlich begrenzt sind. Damit aber finden die oft isolierten Trocken- und Halbtrockenrasen oder auch besonders seltene kalkreiche Flachmoore bzw. die Ansprüche der dort siedelnden gefährdeten Pflanzenarten zu wenig Berücksichtigung.

In Zeiten der von Wissenschaftlern erkannten so genannten 6. Aussterbewelle sind jedoch neue Herangehensweisen notwendig, denen wir uns verpflichtet fühlen. Leider zeigt das lavierende, oft nur linear statt komplex ausgerichtete Verhalten der Politik und auch der verantwortlichen Behörden nicht immer, dass es hier die so notwendigen grundlegenden Veränderungen im Entscheiden und im Handeln gibt.

Nicht immer erfahren wir aktive Ehrenamtler bei unseren Artenschutzprojekten die Unterstützung, die notwendig wäre, um den Verlust von Beständen bedrohter Arten in unseren Naturschutzgebieten zu verhindern. Leider gibt es hierzu mittlerweile konkreter Beispiele. Auf Grund der verbreiteten Unfähigkeit der Politik, das Arten- und Wuchsortsterben zu begrenzen, müsste eigentlich jede sich bietende Chance genutzt werden, um den Verlust von Wuchsorten zu verhindern, sind eventuell hierfür auch Schwierigkeiten zu überwinden.

Daran werden wir die Verantwortlichen leider weiterhin erinnern müssen. Allzu oft scheinen wir uns gegenüber den Behörden noch dafür rechtfertigen müssen, dass wir eigentlich im Sinne von politischen Beschlüssen und Strategien agieren.

Es wird dabei vernachlässigt, dass unsere Region in den vergangenen 60 Jahren bereits zahlreiche Vorkommen bemerkenswerter Arten verloren hat und dass es daher umso wichtiger ist, das relativ Wenige das noch vorhanden ist, nicht durch fehlende oder einseitige Entscheidungen auch noch zusätzlich zu gefährden.

Für das kommende Jahr werden gegenwärtig die vertraglichen Grundlagen für die Fortsetzung unserer Pflegeaufgaben gemeinsam mit dem Landschaftspflegeverband Südharz-Kyffhäuser e.V. vorbereitet.

Ich würde mich freuen, wenn unsere so wichtigen Einsätze von Euch auch weiterhin so aktiv unterstützt werden, wie in den vergangenen Jahren. Ihr habt wunderbare und zukunftsweisende Arbeit geleistet.
Bodo Schwarzberg; 22.12.2017

Halbtrockenrasen im Harzfelder Holz

Kurzfristig anberaumt, aber trotzdem erfolgreich: Zwei Mitstreiter des BUND-Kreisverbandes Nordhausen haben am vergangenen Sonnabend im Naturschutzgebiet Harzfelder Holz gemäht und entbuscht. Wie so oft, ging es um die Erhaltung eines Stücks historischer, artenreicher Kulturlandschaft…

Dieses Ziel wird in den Schutzgebietsverordnungen ebenso gefordert, wie in der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der Europäischen Union. Trotz hervorragender Regelwerke klafft zwischen Anspruch und Wirklichkeit auf diesem Gebiet seit der Wende eine besonders deutlich Lücke, die schon großen Flächen früheren Extensivgrünlandes nicht nur im Landkreis Nordhausen die Existenz gekostet hat.

 Zwar gibt es mittlerweile durch die Neugründung von Landschaftspflegeverbänden bzw. durch die Planung diverser Projekte eine gewisse Hoffnung, dass der Abwärtsstrudel beim Verlust bedrohter Pflanzengesellschaften gestoppt wird. Bisher aber scheint mir die so dringend notwendige Kontinuität der Pflege bedeutsamer Flächen mit, das ist ganz wichtig, geeigneten Pflegemethoden, im Raum Nordhausen noch nicht dort zu sein, wo sie hingehört.

Auch ist die Zahl wenigstens zeitweise extensiv und geeignet bewirtschafteter Flächen nach wie vor zu gering. Dabei haben wir keinerlei Zeit mehr fürs Warten auf bessere Zeiten. Das gilt im Umweltbereich lokal wie global, wie uns gerade die Bonner Weltklimakonferenz vor Augen führt.

Um ein weiteres, regionales und überregionales Problem wird sich ebenso kaum Gedanken gemacht: Durch die seit bald 30 Jahren nur noch rudimentär praktizierte Hütehaltung von Schafen und die Verluste vieler Wuchsorte, sind immer mehr Populationen bedrohter Arten isoliert und haben keine Möglichkeit, ihren Genotyp fit zu halten, was umso mehr gilt, wenn die Populationen wie so oft, nur noch klein sind. Die damit langfristig heraufbeschworene Generosion sollte viel mehr bei künftigen Planungen Berücksichtigung finden. Zudem kommt es darauf an, kleine Populationen so schnell wie möglich zu vergrößern. Mit einfacher Pflege wird es schon bald nicht mehr getan sein, weswegen ex-situ-Erhaltungsmaßnahmen in Erhaltungsgärten weiter an Bedeutung gewinnen.

In diesem Sinne ist einzig die Entwicklung bedrohter Arten, beobachtet durch ein langfristiges Monitoring, ein eindeutiger Marker für den Erfolg der über staatlich finanzierte Projekte erzeugten Maßnahmen und natürlich auch der ehrenamtlichen. Daran werden sich alle künftigen Projekte messen lassen müssen.

Ohne konkrete, wuchsortbezogene Pflege wird man wahrscheinlich auch künftig nicht immer auskommen. So muss der BUND-Kreisverband ehrenamtlich-kostenlos auf bereits geförderten aber ungeeignet bewirtschafteten Projektflächen nachmähen, um dort befindliche Wuchsorte bedrohte Arten nicht zu verlieren. Oder die Untere Naturschutzbehörde darum bitten, bedrohte Vorkommen aus einer ungünstigen Bewirtschaftung zu nehmen. Andere Projekte, wie das sehr erfolgreiche Referenzprojekt Artenschutz enden nach ein oder zwei Jahren und werden nicht verlängert. Sollen die dafür aufgewendeten Steuergelder nicht in den Sand gesetzt sein, muss ehrenamtlich, d.h. ohne Geld oder mit einer geringen Aufwandsentschädigung weitergepflegt werden.

Aber auch hier gibt es vielleicht einen Hoffnungsschimmer durch neue, langfristigere, vielleicht zukunftsfähige Projekte. Wir vom BUND-Kreisverband werden wertvolle, artenreiche Flächen auch künftig artgerecht pflegen, sollte es auch in Zukunft keine bessere, effektivere Lösung geben. Die Betonung liegt hier auf effektiver: Auch eine Schafbeweidung kann potenziell zum Artenverlust führen, wenn sie zu extensiv betrieben wird. Rinderbeweidung einst extensiv genutzter Flächen führt, das ist hinreichend belegt, zu Artenverlusten in unseren Naturschutzgebieten.

Im Naturschutzgebiet Harzfelder Holz mähen Mitglieder des BUND-Kreisverbandes mittlerweile relativ große Flächen. Am vergangenen Sonnabend geschah dies, um insbesondere Halbtrockenrasen der Aufrechten Trespe und der Fieder-Zwenke zu erhalten und ebenso die darin vorkommenden Pflanzenarten: Zu ihnen zählen mehrere Orchideenarten sowie der kleine urtümliche Farn Mondraute (Botrychium lunaria), der auf sehr magere, lückige Verhältnisse angewiesen ist. Das Schnittgut aus Entbuschung und Mahd wird vor allem als benjesartige Hecke gelagert, die dann nicht nur als Abgrenzung und Schutz zum benachbarten stark gedüngtem Grünland dient, sondern auch als Aufenthalts-, Brut- bzw. Überwinterungsort für Vögel, Kleinsäuger oder Reptilien.

Erwähnenswert ist, dass die am Sonnabend von uns bearbeitete Fläche seit vielen Jahren keiner Bewirtschaftung mehr unterlag und dadurch bereits Flächenverluste für die Halbtrockenrasen zu beklagen sind. Diese traten aber offenbar auch durch stellenweise Aufforstung mit Kiefer ein.

Glück hatten wir mit dem Wetter. So konnten wir von 11 bis 17 Uhr alle für diesen Tag geplanten Arbeiten durchführen. Künftig sind weitere Entbuschungen im NSG vorgesehen, um die von uns betreute Gesamtfläche möglichst in ihren ursprünglichen, historischen Zustand zurück zu versetzen und ein weiteres, herausragendes Refugium der Biodiversität in unserem Südharzer Zechsteinrand zu erhalten und zu fördern. Besonderer Dank gilt Rainer Peix aus Ilfeld für seine aktive, unverzichtbare Mitwirkung.
Bodo Schwarzberg, BUND-Kreisverband Nordhausen; 05.11.2017

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Mähen und nette Jäger

Rechtzeitig vor dem einsetzenden Schneefall haben Mitglieder und Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen am Sonnabend einen für den botanischen Artenschutz besonders bedeutsamen Halbtrockenrasen im neuen NSG Hundegrube-Katzenschwanz gemäht…

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 Das in Thüringen stark gefährdete Katzenpfötchen (Antennaria dioica) galt einst als verbreitet, hat bis heute aber mehr als zwei Drittel seiner einstigen Wuchsorte im Freisstaat verloren. Der Südharzer Gipskarst gehört zu den wenigen verbliebenen Häufungszentren der Art, wobei sie auch hier unter fehlender oder diskontinuierlicher sowie nicht artenschutzgerechter Bewirtschaftung leidet und auch durch den Gipsabbau (insbesondere am Kohnstein) zurückgegangen ist. Vom BUND-Kreisverband werden mehrere Flächen ehrenamtlich gepflegt, in denen die Art noch über Wuchsorte verfügt (Aufnahme vom 24.05.2010 bei Steigerthal).

Da nach 1989 eine ganze Reihe von Flächen nicht mehr mit Schafen beweidet wurde, setzte verbreitet Verbuschung ein. Dadurch verschwanden die besonders artenreichen und farbenfrohen, auf eine regelmäßige, extensive Nutzung angewiesenen Pflanzengesellschaften.

Gelingt es, zunächst wenigstens kleine Ausschnitte der früher ausgedehnten Halbtrockenrasen traditionell mit Schafen (Hütehaltung) oder per ein- bis zweimaliger Mahd pro Jahr zu bewirtschaften, so können diese bei der anzustrebenden späteren Renaissance einer verbreiteten artenschutzgerechten Nutzung gewissermaßen als Reservoir bedrohter Arten dienen. Dies streben wir in mehreren Naturschutzgebieten mit suboptimaler Bewirtschaftung an oder wir praktizieren dies bereits in enger Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde und/oder dem Landschaftspflegeverband.

Auf der am Sonnabend gemähten Fläche gilt das zum Beispiel für das Katzenpfötchen Antennaria dioica (Foto), das äußerst magere und dazu noch dauerhaft kurzrasige Standortverhältnisse benötigt.

Zeitgleich mit unserem Einsatz fand in der Nähe eine Jagd statt. Es gab ein ausgesprochen nettes Gespräch mit einem Jäger, dessen Ergebnis man in etwa als „gleichberechtigtes Nebeneinander von Jagd und Landschaftspflegeeinsatz“ benennen könnte. Zugleich wurde deutlich, wie viele unterschiedliche Interessen in einem dichtbesiedelten Land wie Deutschland auf so manchen Flächen bestehen. – Aber auch, dass es oft einen Ausgleich geben kann.

Im Übrigen waren alle Begegnungen mit Jägern im Zuge der Landschaftspflege auch in den vergangenen Jahren keinesfalls von Konfrontation, sondern eher von gegenseitigem Informationsaustausch geprägt. Da Jäger gewissermaßen über Insiderwissen zu mancher heimischen Tierart im Gebiet verfügen, haben die Gespräche mit ihnen oft den Charakter einer kleinen Weiterbildungsveranstaltung.

Von der Jagd selbst bekamen wir, bis auf den Besuch eines Jagdhundes, eigentlich wenig mit. Der uns sehr zugewandte Hund interessierte sich dermaßen für unser Equipment, dass wir schließlich unsere Rucksäcke und Kleidungsstücke an einen Baum hängen mussten. Aus dem versprochenen Gehacktesbrötchen für ihn wurde aber schließlich doch nichts. Wir riefen die auf seinem Halsband aufgedruckte Handynummer und damit sein Herrchen an und irgendwann war er zu ihm zurückgekehrt.
Bodo Schwarzberg; 03.12.2017

Jugendliche erhalten die Artenvielfalt

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Das ist ein Ziel des BUND-Kreisverbandes Nordhausen, das mit den in den Verordnungen unserer Naturschutzgebiete enthaltenen, von staatlicher Seite oft vernachlässigten Zielstellungen zusammenfällt…

Nachweislich war es seit der Wende vielfach durch ehrenamtliches Engagement möglich, bedeutende Wuchsorte bzw. Vorkommen bedrohter Pflanzenarten zu erhalten, an die meist auch zahlreiche Tierarten gebunden sind.

Beim 60. landschaftspflegerischen Einsatz des BUND-Kreisverbandes Nordhausen seit 2010 stand die Mahd eines Flachmoors im Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz im Mittelpunkt. Gerade, weil dieses Naturschutzgebiet in erster Linie durch seine auf Trockenheit spezialisierten Wiesen und Wälder bekannt ist, stellt die Erhaltung dieses exklusiven Feuchtgebietes eine wesentliche Schutzaufgabe dar. Auf Grund der Seltenheit derartiger, teils noch nährstoffarmer Feuchtbiotope im Gipskarst sind diese auch mit besonders großer Dringlichkeit zu erhalten.

Acht Enthusiasten fanden sich am vergangenen Sonnabendvormittag ein, um diese alljährlich anstehende Aufgabe zu erfüllen. Besonders erfreulich war die Teilnahme von drei Jugendlichen. Artenschutz und hier vor allem der ehrenamtliche aktive Artenschutz draußen in den Schutzgebieten, das ist eine generationenübergreifende Aufgabe, was umso mehr gilt, als die Politik nicht in der Lage und nicht wirklich gewillt ist, den Artenrückgang zu stoppen. Die Zukunft des Ehrenamtes im aktiven Natur- und Artenschutz ist wahrscheinlich eher sicherzustellen, als die so dringend notwendige Kontinuität der Politik bei der Erhaltung unser aller Lebensgrundlagen in unserer gegenwärtigen Gesellschaft.

Zunächst gab es eine Einführung in die Bedeutung des Flachmoors für das Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz. Meist wurden solche Flächen in früheren Jahren entwässert und umgebrochen, um sie landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Nur wenn dies nicht gelang, blieben sie, meist eingezwängt in intensiv genutztes Grünland oder Ackerland, erhalten. Sie fielen dann aber oft brach. Genauso erging es offenbar unserer Einsatzfläche.

Das kleine Flachmoor wird von Hangquellen gespeist, deren permanente Wasserschüttung die intensive landwirtschaftliche Nutzung wahrscheinlich verhinderte. Dadurch konnte eine überdurchschnittlich große Artenvielfalt vor der Vernichtung bewahrt werden. So siedelt dort zum Beispiel das in Thüringen stark gefährdete Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis). Diese einst häufigste Feuchtwiesenorchidee Mitteleuropas ist zumindest im Flach- und Hügelland zur Rarität geworden. Da Deutschland im Zentrum des relativ kleinen Areals liegt, ist auch dessen Verantwortlichkeit für die weltweite Erhaltung dieser Orchideenart groß. Durch die seit 2013 wieder regelmäßig durchgeführte einschürige Mahd (2013 bis 2015 im Zuge des Referenzprojekts Artenschutz mit dem LPV Südharz-Kyffhäuser e.V.) konnte 2017 erstmals wieder eine Zunahme des Bestandes registriert werden.

In besagtem Flachmoor befindet sich zudem ein Massenbestand des gefährdeten Schmalblättrigen Wollgrases (Eriophorum angustifolium), das erst jüngst wieder entdeckt wurde, und sich durch die artgerechte Bewirtschaftung innerhalb weniger Jahre wieder etablierte. Im April und Mai bietet die kleine Wiese einen schon von weitem auffallenden Anblick: durch die weiße „Watte“ der tausenden Wollgrashalme, das Gelb der Sumpf-Dotterblumen, durch das Rot der Orchideen und die Farben vieler anderen Gräser und Kräuter. Rund 50 Gefäßpflanzenarten konnten auf der nur wenige hundert Quadratmeter messenden Wese nachgewiesen werden. Sie ist eine Säule der Biodiversität in der ansonsten überwiegend trockenen Rüdigsdorfer Schweiz.

Eine floristische Kostbarkeit ist auch das unscheinbare Sauergras Carex lepidocarpa (Schuppenfrüchtige Gelbsegge), das erst 2015 für das Gebiet entdeckt wurde und als Zeiger kalkreicher, magerer Flachmoore bezeichnet werden kann. Für die globale Erhaltung der Art ist Deutschland auch „hoch verantwortlich“.

Jede publizierte Art und jeder Beitrag über die Artenvielfalt unseres Landkreises ist eine Maßnahme gegen den Gipsabbau und gegen andere wirtschaftliche Zerstörungen. Denn nur eine informierte, sensibilisierte Öffentlichkeit und Politik können wirksam sein.

Mit zwei Freischneidern und fünf Harken rückten die acht Enthusiasten der Biomasse zuleibe. Damit imitierten wir frühere Nutzungsformen; in manchen Gebieten nutzten die Bauern das Mähgut nasser Wiesen als Einstreu für ihre Ställe.

Ein herzlicher Dank geht an alle Teilnehmer, die nicht nur einen wunderbaren Einsatz im goldenen Herbst, sondern auch ein gemütliches Beisammensein mit Picknick genießen konnten. Die drei jugendlichen Teilnehmer versprachen übrigens, wiederzukommen.
Bodo Schwarzberg; 18.10.2017

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Tödliche Schönheit: Die Herbst-Zeitlose blüht

Die Krokuswiesen im sächsischen Drebach sind berühmt und alljährlich im März ein Touristenmagnet. Im Südharz gibt es Ähnliches, allerdings im Oktober und mit einer anderen Art, der Herbst-Zeitlosen…

Tödliche Schönheit (Foto: Bodo Schwarzberg)
Auf einigen der wenigen noch gemähten Bergwiesen im Landkreis Nordhausen kommen alljährlich oft hunderte, wenn nicht tausende Pflanzen dieses Liliengewächses zur Blüte. Ihr leuchtendes Violett ist zu dieser Jahreszeit meist der einzige Farbtupfer im verblassenden, sommerlichen Grün der Wiesen. Das hier angefügte Foto entstand gestern im Raum Ilfeld.

Die Pflanze mit dem poetischen Namen Herbst-Zeitlose fällt aber nicht nur durch ihre späte Blütezeit bis Oktober und ihre enorme Giftigkeit aus dem Rahmen. Auch die Tatsache, dass sich die Blüte vor den schmalen, leicht rinnigen Blättern aus dem Boden schiebt und die im laufenden Jahr frisch in der sehr tief liegenden Knolle gespeicherten Nährstoffe anzapft, ist eine Besonderheit.

Gegenwärtig sucht man also vergeblich nach den Blättern. Diese entwickeln sich erst im Frühjahr und sind dann ob ihrer Gestalt und Länge meist gut zu sehen. Auch die Fruchtbildung vollzieht sich ungewöhnlicherweise zwischen dem Herbst und der neuen Vegetationsperiode geschützt vor Schnee und Frost im Verborgenen. Erst im April oder Mai erscheint die dreiteilige Kapsel in der Mitte der sich entwickelnden Blattrosette an der Oberfläche.

Die schwarzen, kugeligen Samen enthalten, wie auch die anderen Pflanzenteile eines der stärksten heimischen Gifte, das Colchizin. Der Verzehr der Herbst-Zeitlosen endet schnell tödlich, die Hälfte einer Versuchstiergruppe aus Mäusen verendet bereits bei 5,89 mg Gift pro kg Körpergewicht bei peroraler Verabreichung. Das von uns Menschen subjektiv gefällte Urteil „schön“ ist in der Natur nicht selten mit dem objektiv gültigen Urteil „giftig“ verbunden.

Tödliche Schönheit (Foto: Bodo Schwarzberg)
Bisher erwies sich Colchizin als zu giftig für den Einsatz in manchen medizinischen Bereichen. Verwendung findet es aber in der Gichttherapie und in der Forschung: Grundlegende Mechanismen bei der Zellteilung werden durch Colchizin verändert (Mitose). Auch Weidetiere sind nicht immun gegen das Colchizin. Allerdings können sich Schafe und Ziegen allmählich an das Gift gewöhnen und vertragen höhere Dosen.

Vorsicht ist Bärlauchsammlern angeraten: Ab und an verwechseln sie das beliebte Lauchgewächs mit den Blättern der Herbst-Zeitlose – mit uunter Umständen fatalen Folgen. Jedoch sind die glatten Bärlauch-Blätter im Gegensatz zu den leicht längsfaltigen Blättern der Herbst-Zeitlosen gestielt – und sie verströmen den unverkennbaren knoblauchartigen Geruch. Außerdem ist die Herbst-Zeitlose eine Pflanze nährstoffreicher, frischer Wiesen, der Bärlauch (Allium ursinum) hingegen kommt vor allem in feuchten Laubwäldern vor. An Waldrändern sind aber gemeinsame Vorkommen nicht immer auszuschließen.

Noch bis in den Oktober hinein können wir den Anblick der blühenden Herbst-Zeitlosen genießen, und das am besten bei Sonnenschein: Bei bedecktem Himmel oder Regen sowie am Abend schließt dieser hübsche „Krokus“ des Herbstes seine Blüten.

Bodo Schwarzberg; 02.10.2017

Für Bienen-Ragwurz und Spargelerbse

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Rund 3.500 Quadratmeter eines Halbtrockenrasens mähten Mitglieder und Freundes des BUND-Kreisverbandes Nordhausen am vergangenen Sonnabend an den Bleicheröder Bergen. Diese Fläche ist mit insgesamt rund einem Hektar die größte von den Naturschützern gepflegte Fläche im Landkreis…

… und sie gehört zugleich zu den wenigen größeren verbliebenen Halbtrockenrasen in gutem Zustand und mit Dominanz der Grasart Aufrechte Trespe (Bromus erectus)…

Uns ehrenamtlichen Landschaftspflegern und Naturschützern bot sich zwar ein fast malerischer Blick auf die nahegelegene Eichsfelder Pforte und die Hainleite, aber eben auch auf ausgedehnte Ackerflächen an ihren Hängen. Grünland, und noch dazu artenreiches, extensiv bewirtschaftet und ungedüngt, wird in unserer Landschaft immer mehr zur Rarität.

Wiesen sind also nur noch wenige zu sehen. Der Grünlandreport des Bundesamtes für Naturschutz bemängelt die zunehmende Umwandlung von Grünland in Ackerland, was auch eine in Politik gern vernachlässigte Folge des Bioenergiebooms ist. Auch die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldine äußerte sich kritisch, was aber die Biomethananlage in Nordhausen aus purem Profitinteresse nicht verhindern konnte.

Denn: Im Interesse der hochsubventionierten, intensiven Landwirtschaft wird nicht nur noch mehr Artenvielfalt als ohnehin schon zerstört: Neue, aus Wiesen und Weiden gewonnene Ackerflächen setzen auch über Jahrhunderte gespeicherten Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid frei und produzieren unter bestimmten Bedingungen auch das noch viel klimaschädlichere Lachgas (Distickstoffmonoxid N2O). Beides aber fällt, da in der Landwirtschaft entstanden, bei der Klimadiskussion fast immer unter den Tisch. Die Ernsthaftigkeit des deutschen und internationalen Klimaschutzes muss daher kritisch betrachtet werden. Aber wir haben ja auch noch genügend Zeit.

Diese Gedanken können aufkommen, wenn man über das Wippertal auf die Ackerflächen zu Füßen der Hainleite blickt.

Zurück zu unserem Einsatz: Der von uns gemähte Halbtrockenrasen ist möglicherweise viele hundert Jahre alt und beherbergt eine ganze Reihe bedrohter und geschützter Pflanzengesellschaften sowie Pflanzen- und gewiss auch Tierarten. Wahrscheinlich wurde er überwiegend gemäht, statt beweidet, da das vorherrschende Gras, die Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Beweidung nicht immer gut verträgt.
Im Jahre 2015 übernahmen wir dessen Pflege, da sich sonst niemand mehr dazu bereitfand.

Denn wirtschaftliche Erwägungen müssen dank der geringen öffentlichen Mittel, die hierfür zur Verfügung stehen, vom Idealismus eines jeden Teilnehmers ersetzt werden. Von Subventionen, wie die intensive Landwirtschaft, kann der Naturschutz nur träumen.

Neben der attraktiven Orchidee Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) und weiteren Orchideenarten beherbergt die Fläche auch ein Vorkommen der stark gefährdeten Gelben Spargelerbse (Lotus maritimus), die auf besonders kurzrasige und lückige Wiesen angewiesen ist. Erfreulich waren hunderte blaue Tupfer des Fransen-Enzians (Gentianopsis ciliata), den wir bei der Mahd teilweise aussparten. Der attraktive Herbstblüher wird allerdings durch die Mahd insgesamt gefördert. Auf extensiv mit Rindern beweideten Flächen scheint er hingegen recht schnell zu verschwinden.

Der Biomasse-Aufwuchs war geringer als in den beiden Vorjahren, was mit auf den verbreitet guten naturschutzfachlichen Zustand der Fläche hinweist. Daher war es uns möglich, in nur sieben Stunden rund 3.500 bis 4.000 Quadratmeter und damit die Hälfte der gesamten Wiese zu mähen und zu beräumen.
Teilnehmer waren Fritz Daniel, extra angereist aus Sondershausen, Tobias Stritzel aus Nordhausen, Rainer Peix aus Ilfeld und der Autor des Pressebeitrages. Wie im vergangenen Jahr soll die Wiese bis zum Beginn der nächsten Vegetationsperiode von uns komplett gemäht sein. Die nächsten Artenschutzeinsätze des BUND-Kreisverbandes Nordhausen sind für Anfang Oktober geplant.

Die Fotos zeigen neben einer kleinen Einsatzdokumentation auch die die in Thüringen stark gefährdete Gelbe Spargelerbse, deren Erhaltung wir unter anderem mit diesem Einsatz erreichen.
Bodo Schwarzberg; 01.10.2017

 

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Umfrage des BUND Kreisverbandes zum Thema OB- Wahlen in Nordhausen (3)

Wir haben allen OB- Kandidaten die gleichen Fragen mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt. Hier nun die Reaktionen der Kandidaten in der Reihenfolge des Einganges der Antworten:

Dirk Erfurt (parteilos) schreibt:

1 ) Unterstützen Sie die Einrichtung eines Biosphärenreservates Südharz im Thüringer Gipskarstgürtel.

Ja

Wie würden Sie sich für die Stadt Nordhausen in den vom Thüringer Umweltministerium eingeleiteten Diskussionsprozess zur Einrichtung eines Biosphärenreservates einbringen?

Bildung eines Koordinationskreises aus Vertretern des Naturschutzes, der Bewohner und Nutzer u.a. Jäger, Vertreter der Landwirtschaft und der Kommunalpolitik

Intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Interessenstandpunkten.

Durchführung von „Regionalforen“ in den beteiligten Kommunen und Gemeinden in denen sich u.a. Landwirte und andere Betroffene informieren und Anregungen geben.

Welche vorrangigen Aufgaben kämen nach Ihrer Auffassung auf den urbanen Raum zu und in welchen Wirtschaftsbereichen gibt es nach Ihrer Auffassung verstärkte Handlungserfordernisse zur Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens?

– Entwicklung einer regionalen Identität

– Vermarktung regionaler Produkte

– Tourismuswirtschaft

– Beachtung und Förderung des Naturschutz

– nachhaltige Landwirtschaftsentwicklung

– nachhaltige Wasserwirtschaft

Haben Sie ihren Urlaub schon einmal in einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat im In- oder Ausland verbracht?

Ja, mein Sohn lebte ein paar Jahre im BR „Thüringer Wald“. Bei Besuchen bin ich auf die vielfältigen Möglichkeiten in der Region aufmerksam geworden.

Meinen Jahresurlaub 2017 verbrachte ich im BR „Schorfheide-Chorin“ und habe mitbesonderer Aufmerksamkeit die Marketingmöglichkeiten betrachtet.

2) Würden Sie als Oberbürgermeisterin/Oberbürgermeister die Wiedereinrichtung der AG Baum unter Leitung des Umweltamtes der Stadt Nordhausen und mit Teilnehmern von Umweltverbänden, Vereinen u.a. interessierten Bürgern unterstützen? Können Sie sich vorstellen, an den Sitzungen der AG Baum teilzunehmen?

Ja, gern erarbeite ich mit Ihnen gemeinsam Zielstellungen dieser AG.

Die Umweltverbände und Vereinen sollten unter der Leitung des zuständigen Umweltamtes organisiert sein und entsprechend arbeiten.

Auch halte ich eine Verbindung und Vernetzung mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung für zielführend.

Kennen Sie die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen? Können Sie beurteilen, ob die darin erhobenen Anforderungen in der Stadt satzungsgemäß umgesetzt werden?

Ja, ich kenne diese Satzung. Ich gehe davon aus, dass die Stadt auf die Einhaltung der Satzung achtet und deren Inhalte umsetzt.

Welche Gewichtung würden Sie der Umsetzung der Baumschutzsatzung beimessen? Welche Bedeutung hat für Sie die Bereitstellung von ausreichenden Finanzmitteln zur Erfüllung der aus der Satzung hervorgehenden rechtlichen Verpflichtungen?

Finanzmittel können aus dem bestehenden Grünfonds der Stadt bereitgestellt werden.

Privat motivierte Geldgeber sollten verstärkt genutzt werden.

3 ) Welche Auffassung vertreten Sie zu der Herausnahme von Waldflächen im städtischen Eigentum aus der forstwirtschaftlichen Nutzung? Könnten Sie sich vorstellen, diese Möglichkeit im Stadtrat zu diskutieren?

Mit der großen Waldfläche im Bereich Sondershausen/Possen sind die Forderungen dieser Region ausreichend erfüllt. Es sollte keine 2. Auflage angezeigt werden.

4 ) Würden Sie sich an einem Landschaftspflegeeinsatz des BUND Kreisverbandes Nordhausen im städtischen Territorium (auch Ortsteilen) beteiligen?

Ich verfolge die Arbeiten des BUND mit großem Interesse. Die Mitglieder arbeiten an einer wichtigen Sache, die gern meine Unterstützung erfährt.

Könnten Sie sich vorstellen, ein Bildungsprojekt zum Erhalt von Streuobstwiesen auf Flächen im Eigentum der Stadt Nordhausen als Projektpartner zu unterstützen?

Projektpartner für diese Projekte sind in unserer Region ausreichend vorhanden. Hier sollte die Kommunikation gesucht werden. Der Park „Hohenrode“ wäre innerstädtisch für ein Bildungsprojekt mit Nachhaltigkeit gut geeignet.

5) In welchen Bereichen des städtischen Territoriums einschließlich der Ortsteile sehen Sie den Bedarf für Hochwasserschutzmaßnahmen?

Hier sollten wir uns gemeinsam an der Hochwasserschutzrichtlinie Thüringen orientieren. Dieses Papier wird regelmäßig fortgeschrieben.

Gibt es nach Ihrer Auffassung Alternativen zu technischen Bauwerken wie den Hochwasserrückhaltebecken mit Durchgängigkeitssperrwerken (Dämmen und Kleinstdurchlässen (siehe Nordhausen Ost). Würden Sie diese alternative Betrachtung von einem Auftragnehmer einfordern?

Den besten Schutz bieten Flussauen. Eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema biete ich gern schon jetzt an.

6) Wie stehen Sie zur Bebauung des Parks Hohenrode und der damit verbundenen Bodenversiegelung und erforderlichen Baumfällungen?

Hier sollte die Kooperation mit den Klinikum gesucht und genutzt werde. Alternative Lösungen zur langfristigen und nachhaltigen Nutzung des Parks sind zu suchen.

7) Welche Auffassung vertreten Sie zur Zukunft des Vereinshauses „Thomas Mann“?

Welche Möglichkeiten der Stadt Nordhausen sehen Sie, die dort „beheimateten“ Vereine beim Erhalt des Hauses zu unterstützen?

Steht ein Verkauf des Hauses nach Ihrer Meinung mit der Unterstützung des Ehrenamtes im Einklang?

Eine Entscheidung dazu wurde bereits durch den Stadtrat und die Stadtverwaltung getroffen.

Sind Sie selbst ehrenamtlich tätig?

Ja, sehr vielfältig

– seit 2010 als ehrenamtlicher Bürgermeister; davor als Beigeordneter

– im Harzklub Zweigverein Neustadt/Osterode von 2005 bis 2010 als

Vorsitzender für 170 Mitglieder

– als Patientenfürsprecher im Ev. Fachkrankenhaus Neustadt

– im Verein zum Erhalt des Neuen Schlosses in Neustadt

8) Der regionale Raumordnungsplan wird derzeitig in der Regionalen Planungsgemeinschaft mit Sitz in Sondershausen überarbeitet.

Zu Fragen des Rohstoffabbaus wurden Vertreter der Gipsindustrie angehört. Umweltverbänden hat man diese Möglichkeit vor dem Gremium der Planungsgemeinschaft bisher nicht eingeräumt.

Die Einbeziehung der Umweltverbände in diesen Prozess halte ich für unerlässlich.

9) Sind Sie der Auffassung, dass für den Gipsabbau im Landkreis Nordhausen weitere Vorranggebiete für den Rohstoffabbau (Gips/Anhydrit) im zukünftigen Raumordnungsplan ausgewiesen werden sollten?

NEIN

Haben Sie Kenntnis darüber, dass dem Unternehmen CASEA eine Vorrangfläche für den Gipsabbau von mind. 50 ha südlich der Ellricher Klippen bereits im geltenden Raumordnungsplan eingeräumt wurde?

NEIN

9) Welche Auffassung vertreten Sie zu der von der Fa. Knauf angestrebten Erweiterung des Steinbruches im Alten Stolberg in das noch verbliebene gleichnamige Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet? Würden Sie einem Flächentausch zustimmen angesichts der Tatsache, dass damit ein Präzedenzfall in Thüringen geschaffen würde?

Sind Sie der Auffassung, dass das Unternehmen seine Möglichkeiten der Substitution von Naturgips voll ausschöpft?

Nein, die Naturgipsvorkommen sind zu schonen.

Mehr alternative Möglichkeiten sind zu befürworten.

10) Welche Bedeutung haben für Sie die im städtischen Territorium befindlichen Brunnen für die regionale Trinkwasserversorgung? Unterstützen Sie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten zum Schutz der Grundwasserressourcen? Wie stehen Sie zu den damit möglicherweise verbundenen Nutzungseinschränkungen?

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel und ist mit höchster Priorität zu schützen.

11) Zu welchen Anlässen nutzen Sie die städtischen Radwege? Halten Sie das derzeitige Radwegekonzept und den Radwegeausbau in der Stadt Nordhausen und den Ortsteilen für ausreichend?

Leider nutze ich derzeit persönlich keine Radwege.

Es bedarf dringend eines weiteren Ausbaues von Radwegen.

Welche Radwegeführung in der Stadt Nordhausen ist für Sie beispielhaft?

Töpferstraße

Wo sehen Sie zukünftige Prioritäten in der Planung und Umsetzung, welche Möglichkeiten der Realisierung würden Sie in der Zeit Ihrer Wahlperiode anstreben?

Ich gehe davon aus, dass sich Ihre Frage auch auf Radwege bezieht?

Radwegeverbindungen zwischen Stadt und Ortsteilen, aber auch zwischen den Ortsteilen müssen geschaffen werden.

Würden Sie eine öffentliche Diskussion in Form eines „Radwegesymposium“ in der Stadt Nordhausen unterstützen?

Ja

12) Welche Rolle spielen für Sie beim privaten Einkauf?

Wie spiegelt sich das in Ihrem persönlichen Warenkorb wieder?

  • Produkte aus dem fairen Handel

Ich veranstalte jedes Jahr im November für die Bürger in meinem Heimatort einen Eine-Welt-Tisch. Die Stadt Nordhausen ist als „Fairtrade Stadt“ zertifiziert ist. Dieses Zertifikat muss regelmäßig erneuert werden und das Bewusstsein dafür bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Mitarbeitern der Stadtverwaltung geschärft werden.

  • Produkte mit Biosiegel

Meine Frau und ich verwenden in unserem Haushalt ausschließlich Bioprodukte für unsere Ernährung

  • Regionale Produkte?

Wir nutzen ausschließlich die angebotenen Produkte aus meinem Heimatort sowie aus dem Landkreis.

Umfrage des BUND Kreisverbandes zum Thema OB- Wahlen in Nordhausen (2)

Wir haben allen OB- Kandidaten die gleichen Fragen mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt. Hier nun die Reaktionen der Kandidaten in der Reihenfolge des Einganges der Antworten:

Jutta Krauth (SPD) schreibt:

1) Unterstützen Sie die Einrichtung eines Biosphärenreservates Südharz im Thüringer Gipskarstgürtel?

Ich stehe der Einrichtung eines Biosphärenreservats Südharz im Gipskarstgürtel grundsätzlich positiv gegenüber. Jedoch bedarf es aus meiner Sicht noch eines intensiven ergebnisoffenen Informations- und Diskussionsprozesses mit allen beteiligten gesellschaftlichen Akteuren, insbesondere der Wirtschaft, und den Bürgerinnen und Bürgern. Die Einrichtung eines Bioshärenreservats muss von der gesamten Region getragen werden.

Wie würden Sie sich für die Stadt Nordhausen in den vom Thüringer Umweltministerium eingeleiteten Diskussionsprozess zur Einrichtung eines Biosphärenreservates einbringen?

Ich nahm am Dienstag, 22.08.2017, für die Stadt Nordhausen an einem Auftaktgespräch zum moderierten Diskussionsprozess des Thüringer Umweltministeriums zum Biosphärenreservat teil.

Welche vorrangigen Aufgaben kämen nach Ihrer Auffassung auf den urbanen Raum zu und in welchen Wirtschaftsbereichen gibt es nach Ihrer Auffassung verstärkte Handlungserfordernisse zur Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens?

In allen flächen- und ressoucenverbrauchenden Wirtschaftsbereichen wird es verstärkte Handlungserfordernisse geben.

Haben Sie Ihren Urlaub schon einmal in einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat im In- oder Ausland verbracht?

Ja, beispielsweise in der Camargue, Sierra Nevada und Pfälzerwald – Nordvogesen.

2 ) Würden Sie als Oberbürgermeisterin/Oberbürgermeister die Wiedereinrichtung der AG Baum unter Leitung des Umweltamtes der Stadt Nordhausen und mit Teilnehmern von Umweltverbänden, Vereinen u.a. interessierten Bürgern unterstützen? Können Sie sich vorstellen, an den Sitzungen der AG Baum teilzunehmen?

Ja, ich würde die Wiedereinrichtung einer AG Baum zur Beratung der Verwaltung bei der Umsetzung der Baumschutzsatzung unterstützen.

Kennen Sie die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen? Können Sie beurteilen, ob die darin erhobenen Anforderungen in der Stadt satzungsgemäß umgesetzt werden?

Ich kenne die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen. Soweit ich es beurteilen kann, werden die Anforderungen satzungsgemäß umgesetzt.

Welche Gewichtung würden Sie der Umsetzung der Baumschutzsatzung beimessen? Welche Bedeutung hat für Sie die Bereitstellung von ausreichenden Finanzmitteln zur Erfüllung der aus der Satzung hervorgehenden rechtlichen Verpflichtungen?

Die aus der Satzung hervorgehenden Verpflichtungen ergeben sich unter anderem aus den Bundesnaturschutzgesetz und einschlägigen Landesgesetzen. Damit ist die Gewichtung klar, und die erforderlichen Mittel müssen im Haushalt bereit gestellt werden.

3) Welche Auffassung vertreten Sie zu der Herausnahme von Waldflächen im städtischen Eigentum aus der forstwirtschaftlichen Nutzung? Könnten Sie sich vorstellen, diese Möglichkeit im Stadtrat zu diskutieren?

Die Stadt Nordhausen bewirtschaftet ihre Waldflächen nicht alle ausschließlich selbst. Insbesondere in den Ortsteilen ist sie Mitglied von Wald- bzw. Forstgenossenschaften. Sollte eine Fläche geeignet und in alleiniger Verfügungsgewalt der Stadt sein, dann würde ich mich einer Diskussion im Stadtrat nicht verschließen.

4) Würden Sie sich an einem Landschaftspflegeeinsatz des BUND Kreisverbandes Nordhausen im städtischen Territorium (auch Ortsteilen) beteiligen?

Ja, falls es zeitlich machbar ist…

Könnten Sie sich vorstellen, ein Bildungsprojekt zum Erhalt von Streuobstwiesen auf Flächen im Eigentum der Stadt Nordhausen als Projektpartner zu unterstützen?

Soweit eine geeignete Fläche vorhanden ist, könnte ich mir das vorstellen.

5) In welchen Bereichen des städtischen Territoriums einschließlich der Ortsteile sehen Sie den Bedarf für Hochwasserschutzmaßnahmen? Gibt es nach Ihrer Auffassung Alternativen zu technischen Bauwerken wie den Hochwasserrückhaltebecken mit Durchgängigkeitssperrwerken (Dämmen und Kleinstdurchlässen (siehe Nordhausen Ost)). Würden Sie diese alternative Betrachtung von einem Auftragnehmer einfordern?

Diese Aufgabe der Stadt (Gewässer 2. Ordnung) wird durch den Gewässerunterhaltungsverband Harzvorland, in dem die Stadt Mitglied ist, erledigt. Zu seinen Aufgaben gehören: Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes durch Schaffung von Retentionsraum zur Dämpfung der Hochwasserabflussspitzen. Ich würde immer prüfen, ob alternative Betrachtungen Sinn machen und sie auch einfordern.

6) Wie stehen Sie zur Bebauung des Parks Hohenrode und der damit verbundenen Bodenversiegelung und Baumfällungen?

Für den Park Hohenrode muss eine Lösung gefunden werden, die sowohl weitgehende Erhaltung des denkmalgeschützten Parks beinhaltet, als auch die durch den Förderverein und seine Mitglieder erreichten Fortschritte sichert. Unter den genannten Voraussetzungen stehe ich dem Vorhaben in dem Park, ein Hotel bzw. ein Tagungshotel zu errichten, erst einmal grundsätzlich nicht negativ gegenüber. Allerdings muß ein intensiver Entscheidungsprozess stattfinden, in den alle Akteure eingebunden werden.

Der Park Hohenrode ist ein großartiges – auch touristisches – Aushängeschild für unsere Stadt und muss für die Öffentlichkeit erhalten werden.

Es existiert derzeit kein Plan zur weiteren Nutzung des Parks; deshalb steht noch nicht fest, inwieweit und ob es durch eine geplante Bebauung zu großflächigen Bodenversiegelungen oder gar zu Baumfällungen kommt.

7) Welche Auffassung vertreten Sie zur Zukunft des Vereinshauses „Thomas Mann“? Welche Möglichkeiten der Stadt Nordhausen sehen Sie, die dort „beheimateten“ Vereine beim Erhalt des Hauses zu unterstützen? Steht ein Verkauf des Hauses nach Ihrer Meinung mit der Unterstützung des Ehrenamtes im Einklang? Sind Sie selbst ehrenamtlich tätig?

Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass ein Erhalt der denkmalgeschützten Villa der Familie Förstemann als Vereinshaus in der Trägerschaft der Stadt Nordhausen nicht möglich ist. Die Villa muss dringend saniert werden. Die Haushaltslage der Stadt lässt es nicht zu, die Villa zu sanieren und dann weiterhin den Vereinen zur Verfügung zu stellen. Den Vereinen und der Initiative wurde ausreichend Gelegenheit gegeben, ihre Vorstellungen und Vorschläge den Stadträten und der Verwaltung zu unterbreiten, wie sie sich beim Erhalt der Villa beteiligen wollen. Bis zum heutigen Tage sind keine belastbaren Vorschläge gekommen.

Es wird in einer anderen geeigneten Liegenschaft der Stadt ein Vereinstreffpunkt für die Innenstadt geschaffen. Das steht mit der Unterstützung des Ehrenamtes sehr wohl in Einklang.

Ja, ich war lange Jahre sehr intensiv ehrenamtlich bei den Naturfreunden tätig.

8) Der regionale Raumordnungsplan wird derzeitig in der Regionalen Planungsgemeinschaft mit Sitz in Sondershausen überarbeitet. Zu Fragen des Rohstoffabbaus wurden Vertreter der Gipsindustrie angehört. Umweltverbänden hat man diese Möglichkeit vor dem Gremium der Planungsgemeinschaft bisher nicht eingeräumt. Sind Sie der Auffassung, dass für den Gipsabbau im Landkreis Nordhausen weitere Vorranggebiete für den Rohstoffabbau (Gips/Anhydrit) im zukünftigen Raumordnungsplan ausgewiesen werden sollten?

Die zum derzeitigen Zeitpunkt ausgewiesenen Vorranggebiete reichen für den Abbau durch die Gipsindustrie in den nächsten zwanzig Jahren aus. Deshalb bin ich dagegen, heute schon Tatsachen zu schaffen, also neue Vorranggebiete auszuweisen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Der Landesentwicklungsplan geht allerdings von einem Planungshorizont von 25 Jahren aus. Ich würde mich dafür einsetzen, dass die Planungsgemeinschft in dieser Frage von 20 Jahren ausgeht – also keine neuen Vorranggebiete ausweist.

Haben Sie Kenntnis darüber, dass dem Unternehmen CASEA eine Vorrangfläche für den Gipsabbau von mind. 50 ha südlich der Ellricher Klippen bereits im geltenden Raumordnungsplan eingeräumt wurde?

In bereits geltenden Regionalplan beträgt die Restfäche für die Ellricher Klippen weniger als 5 ha. Das Vorranggebiet Ellricher Klippen Süd beträgt weniger als 20 ha. Darüber hinaus ist mir nichts bekannt.

9) Welche Auffassung vertreten Sie zu der von der Fa. Knauf angestrebten Erweiterung des Steinbruches im Alten Stolberg in das noch verbliebene gleichnamige Naturschutzgebiet als FFH-Gebiet? Würden Sie einem Flächentausch zustimmen angesichts der Tatsache, dass damit ein Präzedenzfall in Thüringen geschaffen würde?

Ich bin strikt und grundsätzlich gegen einen Flächentausch, der FFH-Gebiete bzw. Naturschutzgebiete betreffen würde.

Sind Sie der Auffassung, dass das Unternehmen seine Möglichkeiten der Substitution von Naturgips voll ausschöpft?

Das kann ich nicht beurteilen.

10) Welche Bedeutung haben für Sie die im städtischen Territorium befindlichen Brunnen für die regionale Trinkwasserversorgung? Unterstützen Sie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten zum Schutz der Grundwasserressourcen? Wie stehen Sie zu den damit möglicherweise verbundenen Nutzungseinschränkungen?

Für mich haben sie große Bedeutung. Nur müssen sie auch der regionalen Wasserversorgung konkret dienen. In diesem Kontext unterstütze ich auch die Ausweisung von Wasserschutzgebieten mit den einhergehenden Nutzungsbeschränkungen.

11) Zu welchen Anlässen nutzen Sie die städtischen Radwege?

In meiner Freizeit.

Halten Sie das derzeitige Radwegekonzept und den Radwegeausbau in der Stadt Nordhausen und den Ortsteilen für ausreichend? Welche Radwegeführung in der Stadt Nordhausen ist für Sie beispielhaft? Wo sehen Sie zukünftige Prioritäten in der Planung und Umsetzung, welche Möglichkeiten der Realisierung würden Sie in der Zeit Ihrer Wahlperiode anstreben?

Die Förderung des Fahrradverkehrs innerhalb der Kernstadt, zu den Ortsteilen und die Anbindung an regionale und überregionale Fahrradwege gehört für mich zu den wichtigen Fragen, die für die Stadt Nordhausen im Rahmen einer Strategie „Stärkung des öffentlichen Raums; Verbesserung der Qualität und Attraktivität des öffentlichen Raums“ beantwortet werden müssen.

Der öffentliche Raum ist wichtig für die Entwicklung einer stadt- und klimaverträglichen Mobilität. Die Förderung des Fahrradverkehrs ist Teil der zu lösenden Frage „Mobilität für alle im knappen öffentlichen Raum.“ Auch müssen die geänderten Anforderungen an den öffentlichen Raum wie die Frage der Elektromobilität (z.B. Ladestationen für E-Bikes) beachtet werden.

Für alle bedeutet: Die Mobilitätsbedürfnisse und Mobilitätsformen (hier: zwischen Autoverkehr, ÖPNV, Fahrradverkehr und Fußgängerverkehr) generationsgerecht und barrierefrei zu gestalten, besonders die Schnittstellen sind zu beplanen. Das bereits 2003 verabschiedete Radwegekonzept wurde nie umgesetzt. Es ist – wie oben beschrieben – kritisch zu überprüfen und fortzuschreiben. Das betrifft sowohl die Anbindung der Ortsteile als auch die Radwegeverbindungen in der Kernstadt. Ein negatives Beispiel ist aus meiner Sicht die Anbindung des Stadtteils Nordhausen-Ost über den Bebelplatz.

Auch die Frage der Ladestationen für E-Bikes hat bislang keine Rolle gespielt bzw. die Frage der Anbindung an die anderen Mobilitätsformen (z.B. Fahrradständer) wurde aus meiner Sicht bisher vernachlässigt. Eine der Ursachen liegt sicherlich darin, dass die Stadtverwaltung seit Jahren keinen eigenen Verkehrsplaner beschäftigt, der die Verkehrswege und ihre Vernetzung in der Stadt plant und die Prozesse gemeinsam mit den Bürgern moderiert. Für den Stellenplan des noch in diesem Jahr vom Stadtrat zu verabschiedenden Doppelhaushaltes 2018/2019 habe ich die Besetzung dieser Stelle vorgesehen.

Das Radwegekonzept muss künftig im Haushalt der Stadt beplant und Stück für Stück umgesetzt werden. Oft sind Verbesserungen für den Radverkehr und die Sicherheit auch ohne große finanzielle Aufwendungen machbar.

Im übrigen schlage ich vor, sobald in Nordhausen WLAN auf öffentlichen Plätzen eingerichtet wurde, die Fahrradwege und –verbindungen genauso wie die Verbindungen und Zeiten des ÖPNV in einer APP als Service für Bürger und Gäste anzubieten.

Würden Sie eine öffentliche Diskussion in Form eines „Radwegesymposium“ in der Stadt Nordhausen unterstützen?

Ja, selbstverständlich.

12) Welche Rolle spielen für Sie beim privaten Einkauf

  • Produkte aus dem fairen Handel

  • Produkte mit Biosiegel

  • Regionale Produkte?

Wie spiegelt sich das in Ihrem persönlichen Warenkorb wieder?

In meinem persönlichen Warenkorb finden sich saisonale, regionale und Produkte aus fairem Handel wieder.

Umfrage des BUND Kreisverbandes zum Thema OB- Wahlen in Nordhausen (1)

Wir haben allen OB- Kandidaten die gleichen Fragen mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt. Hier nun die Reaktionen der Kandidaten in der Reihenfolge des Einganges der Antworten:

Inge Klaan (CDU) schreibt:

1) Unterstützen Sie die Einrichtung eines Biosphärenreservates Südharz im Thüringer Gipskarstgürtel.

Wie würden Sie sich für die Stadt Nordhausen in den vom Thüringer Umweltministerium eingeleiteten Diskussionsprozess zur Einrichtung eines Biosphärenreservates einbringen?

Welche vorrangigen Aufgaben kämen nach Ihrer Auffassung auf den urbanen Raum zu und in welchen Wirtschaftsbereichen gibt es nach Ihrer Auffassung verstärkte Handlungserfordernisse zur Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens?

Haben Sie ihren Urlaub schon einmal in einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat im In- oder Ausland verbracht?

Für eine liebens- und lebenswertes Stadt Nordhausen ist auch eine starke Region im Südharz unerlässlich. Deshalb sollten wir in Zukunft die touristischen Potentiale unsere Heimat heben und so nicht nur die Natur schützen, sondern auch den Tourismus fördern und unsere Wirtschaft stärken. Dabei könnte auch das Biosphärenreservat eine wichtige Grundlage bilden. Die Region zwischen Südharz und Kyffhäuser hat viele Alleinstellungsmerkmale, die bei gezielter Vermarktung neue Marktpotentiale für die Region erschließt. Andere Regionen, wie beispielsweise der Thüringer Wald oder der Spreewald zeigen, dass ein Biosphärenreservat vor allem eine Chance für die Region sein kann. Dafür müssen allerdings gemeinsame Ziele, Qualitäten und Potentiale definiert und gemeinsam an deren Umsetzung gearbeitet werden. Als Oberbürgermeisterin würde ich mir einen detaillierteren Überblick verschaffen und mich danach persönlich in diese Diskussion einbringen. Ich stehe für eine parteiübergreifende Zusammenarbeit in der Sache und beabsichtige, auch bei allen anderen Themen in Zukunft so zu halten. Deshalb lade ich den BUND bereits heute zu gemeinsamen Gesprächen ein und bin mir sicher, dass wir Lösungen finden.

2) Würden Sie als Oberbürgermeisterin/Oberbürgermeister die Wiedereinrichtung der AG Baum unter Leitung des Umweltamtes der Stadt Nordhausen und mit Teilnehmern von Umweltverbänden, Vereinen u.a. interessierten Bürgern unterstützen? Können Sie sich vorstellen, an den Sitzungen der AG Baum teilzunehmen?

Kennen Sie die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen? Können Sie beurteilen, ob die darin erhobenen Anforderungen in der Stadt satzungsgemäß umgesetzt werden?

Welche Gewichtung würden Sie der Umsetzung der Baumschutzsatzung beimessen? Welche Bedeutung hat für Sie die Bereitstellung von ausreichenden Finanzmitteln zur Erfüllung der aus der Satzung hervorgehenden rechtlichen Verpflichtungen?

Die Baumschutzsatzung der Stadt wird seit vielen Jahren in der Praxis angewendet. In § 3 der Nordhäuser Baumschutzsatzung ist festgelegt, dass der Baumbestand u.a. sichergestellt, erhalten und geschützt werden soll. Diese satzungsgemäßen Inhalte werden durch die Stadt sowohl beratungsseitig als auch ordnungsbehördlich umgesetzt. Ein Baumkataster für städtische Flächen liegt vor. Es ist daher die Aufgabe der Verwaltung, zum einen die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern und zum anderen die Einhaltung der Baumschutzsatzung durch Kontrollen abzusichern. Eine AG Baum ist aus meiner Sicht nicht erforderlich. Jeder, der einen Baum fällen möchte, muss dies beantragen und entsprechend Ersatz pflanzen. Durch eine Kommission würde dieses Verfahren länger dauern. Vielmehr würde ich daher die Priorität auf eine verwaltungsseitige Qualifizierung legen.

3) Welche Auffassung vertreten Sie zu der Herausnahme von Waldflächen im städtischen Eigentum aus der forstwirtschaftlichen Nutzung? Könnten Sie sich vorstellen, diese Möglichkeit im Stadtrat zu diskutieren?

Keine Antwort

4 ) Würden Sie sich an einem Landschaftspflegeeinsatz des BUND Kreisverbandes Nordhausen im städtischen Territorium (auch Ortsteilen) beteiligen?

Könnten Sie sich vorstellen, ein Bildungsprojekt zum Erhalt von Streuobstwiesen auf Flächen im Eigentum der Stadt Nordhausen als Projektpartner zu unterstützen?

Eine Beteiligung am Landschaftspflegeeinsatz des BUND kann ich mir vorstellen. Hier sollten wir über Einzelheiten gemeinsam reden. Auch der Erhalt der Streuobstwiesen ist meine Anliegen, insofern unterstütze ich jedes Bildungsprojekt in diesem Zusammenhang.

5) In welchen Bereichen des städtischen Territoriums einschließlich der Ortsteile sehen Sie den Bedarf für Hochwasserschutzmaßnahmen?

Gibt es nach Ihrer Auffassung Alternativen zu technischen Bauwerken wie den Hochwasserrückhaltebecken mit Durchgängigkeitssperrwerken (Dämmen und Kleinstdurchlässen (siehe Nordhausen Ost)). Würden Sie diese alternative Betrachtung von einem Auftragnehmer einfordern?

In den letzten Jahrzenten sind einige Projekt zum Hochwasserschutz gebaut worden, anderen Planung ich mitwirken konnte. Dazu zählt u.a. auch der Hochwasserschutz im Zusammenhang mit dem Industriegebiet Goldene Aue, der Rossmannsbach oder der Hochwasserschutz an der Helme. Alle diese Maßnahmen zeigen inzwischen Wirkung – nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Nachbargemeinden. Wichtig ist es, gemarkungsübergreifend zu agieren und die dazu erforderlichen Abstimmungsprozesse mit allen Akteuren der Region zu führen. Sollte es im Einzelnen erforderlich sein, würde ich gerne an das Vergangene anknüpfen und mich für weitere Projekte einsetzen.

6) Wie stehen Sie zur Bebauung des Parks Hohenrode und der damit verbundenen Bodenversiegelung und erforderlichen Baumfällungen?

Der Park Hohenrode ist ein wichtiges Bau und Gartendenkmal unserer Stadt. In den letzten Jahren wurde mit einem hohen ehrenamtlichen Engagement viel erreicht. Zukünftig muss es darum gehen, eine dauerhafte Nutzung auf dem Gelände zu realisieren. Dazu schein die Hotelnutzung gut geeignet. Es sollte daher eine verträgliche Lösung für alle Seiten gefunden werden. Ich bin davon überzeugt, dass dies möglich ist, ohne die Qualitäten des Parks aufzugeben. Allerdings ist die aktuell vorgelegte Lösung aus meiner Sicht keine Variante, die realisiert werden sollte.

Nordhausen und unserer Region profitiert von vielen engagierten Menschen, die nicht nur hier wohnen, sondern leben wollen. Das ehrenamtliche Engagement ist mir daher besonders wichtig. Das Vereinshaus „Thomas Mann“ bedarf einer Sanierung. Hier muss im Dialog mit allen Beteiligten an einer finanziellen Lösung gearbeitet werden, um das ehrenamtliche Engagement der Bürger und Vereine für Nordhausen zu erhalten.

7) Welche Auffassung vertreten Sie zur Zukunft des Vereinshauses „Thomas Mann“? Welche Möglichkeiten der Stadt Nordhausen sehen Sie, die dort „beheimateten“ Vereine beim Erhalt des Hauses zu unterstützen?

Steht ein Verkauf des Hauses nach Ihrer Meinung mit der Unterstützung des Ehrenamtes im Einklang? Sind Sie selbst ehrenamtlich tätig?

Keine Antwort

8) Der regionale Raumordnungsplan wird derzeitig in der Regionalen Planungsgemeinschaft mit Sitz in Sondershausen überarbeitet.

Zu Fragen des Rohstoffabbaus wurden Vertreter der Gipsindustrie angehört. Umweltverbänden hat man diese Möglichkeit vor dem Gremium der Planungsgemeinschaft bisher nicht eingeräumt. Sind Sie der Auffassung, dass für den Gipsabbau im Landkreis Nordhausen weitere Vorranggebiete für den Rohstoffabbau (Gips/Anhydrit) im zukünftigen Raumordnungsplan ausgewiesen werden sollten? Haben Sie Kenntnis darüber, dass dem Unternehmen CASEA eine Vorrangfläche für den Gipsabbau von mind. 50 ha südlich der Ellricher Klippen bereits im geltenden Raumordnungsplan eingeräumt wurde?

9) Welche Auffassung vertreten Sie zu der von der Fa. Knauf angestrebten Erweiterung des Steinbruches im Alten Stolberg in das noch verbliebene gleichnamige Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet? Würden Sie einem Flächentausch zustimmen angesichts der Tatsache, dass damit ein Präzedenzfall in Thüringen geschaffen würde?

Sind Sie der Auffassung, dass das Unternehmen seine Möglichkeiten der Substitution von Naturgips voll ausschöpft?

Bezüglich des Themas rund um den Gipsbau habe ich mich in der Vergangenheit öfter detailliert positioniert. Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich kein Erfordernis für eine Neuverritzung. Auf Basis des regionalen Raumordnungsplans sollten Ziele der Region formulieren und rechtssicher abbilden. Dafür werde ich mich in der Planungsversammlung einsetzen.

  1. Welche Bedeutung haben für Sie die im städtischen Territorium befindlichen Brunnen für die regionale Trinkwasserversorgung? Unterstützen Sie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten zum Schutz der Grundwasserressourcen? Wie stehen Sie zu den damit möglicherweise verbundenen Nutzungseinschränkungen?

Keine Antwort

11) Zu welchen Anlässen nutzen Sie die städtischen Radwege? Halten Sie das derzeitige Radwegekonzept und den Radwegeausbau in der Stadt Nordhausen und den Ortsteilen für ausreichend? Welche Radwegeführung in der Stadt Nordhausen ist für Sie beispielhaft? Wo sehen Sie zukünftige Prioritäten in der Planung und Umsetzung, welche Möglichkeiten der Realisierung würden Sie in der Zeit Ihrer Wahlperiode anstreben?

Würden Sie eine öffentliche Diskussion in Form eines „Radwegesymposium“ in der Stadt Nordhausen unterstützen?

Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass die Stadt zu wenig in die Infrastruktur investiert. Das trifft für Radwege genauso wie für Straßen und Brücken zu. Ich werde mich dafür einsetzen, dass in diesem Bereich mehr Investitionen getätigt werden. Priorität ist dabei, dass die Lücken im städtischen Radwegenetz geschlossen werden und besonders unsere Ortsteile eine bessere Anbindung erhalten. Mein Ziel ist es, die Gesamtqualität unserer Infrastruktur zu erhöhen. Dabei müssen insbesondere die Aspekte der Verkehrssicherheit und Standortattraktivität berücksichtigt werden. Zur besseren Einbindung aller Beteiligten kann ich mir beispielsweise ein hierfür eingerichtetes Fahrradsymposium vorstellen.

12) Welche Rolle spielen für Sie beim privaten Einkauf

  • Produkte aus dem fairen Handel

  • Produkte mit Biosiegel

  • Regionale Produkte?

Wie spiegelt sich das in Ihrem persönlichen Warenkorb wieder?

Gerade in den ländlichen Regionen müssen wir auch die Landwirtschaft stärken. Ich unterstütze daher eine nachhaltige, umwelt- und tierfreundliche Landwirtschaft. Zu einer vielfältigen Produktauswahl gehören insbesondere regionale wie auch biologisch angebaute und fair gehandelte Produkte. Dabei muss allerdings für alle Nordhäuser – ob sie mit großem oder kleinem Geldbeutel unterwegs sind – eine ausreichende Vielfalt an Produkten gewährleistet werden.