Willkommen auf den Seiten des BUND Kreisverband Nordhausen

P1050781

künftiges Vorranggebiet vorsorgende Rohstoffgewinnung VRS-2 bei Steigerthal

Foto: BUND Kreisverband Nordhausen

Termin monatliche Sitzung:

Besuchen Sie unsere monatliche Sitzung und lernen Sie unsere Aufgaben und Projekte persönlich kennen:
Jeder 1. Dienstag im Monat
ab 18.30 Uhr
Ort:
Vereinshaus „Thomas Mann“
Wilhelm-Nebelung-Straße 39
99734 Nordhausen

Eine genaue Wegbeschreibung finden Sie unter Kontakt

Nächster Landschaftspflegeeinsatz:

Interessenten melden sich bitte unter: 01716530123 bei Bodo Schwarzberg

BUND Thüringen veröffentlicht Schwarzbuch zum Gipsabbau im Südharz

Erfurt. Der BUND Thüringen hat heute sein „Schwarzbuch Gips: Raubbau in der Südharzer Gipskarstlandschaft Thüringens“ präsentiert.  Darin gibt der Umweltverband Einblicke in aktuelle und geplante Abbauvorhaben und zeigt die reale Bedrohung der einmaligen und artenreichen Gipskarstlandschaft in Thüringen auf.  „Die Gipsindustrie zerstört mit ihrem Hunger nach dem „Weißen Gold“ eine ganze Region“, kritisiert Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Durch den Abbau von Gips sind bereits mehr als 250 ha Landschaft im Südharz unwiederbringlich verloren gegangen. Dennoch sieht der Regionale Raumordnungsplan von 2018 weitere Abbauflächen von insgesamt ca. 87 ha für die Gipsindustrie vor. Darin enthalten sind 53 ha für die Gewinnung hochwertigen Gipses. Zudem sind auf einer Fläche von 68 ha zwei neue „Vorranggebiete vorsorgender Rohstoffgewinnung“ geplant. Doch allein die bereits bestehenden Abbaugebiete sichern den Gipsunternehmen noch für Jahrzehnte den Abbau von Gips. Zudem stehen die Neuausweisungen im Widerspruch zu dem Gutachten, das die Regionale Planungsgemeinschaft beim Erfurter Sachverständigenbüro Reyer in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten sieht keine Notwendigkeit neuer Abbauflächen für die Naturgips- und Anhydritgewinnung. Lediglich in Bezug auf die Gewinnung von hochwertigem Gips wird ein Bedarf von 26,5 ha für die nächsten 25 Jahre ermittelt. „Die geplanten Erweiterungen und neuen Vorranggebiete sind völlig überzogen. Es ist höchste Zeit, dass die Bagger endlich gestoppt werden“, so Dr. Burkhard Vogel. Er führt weiter aus: „Die natürliche Ressource Gips ist endlich und die Industrie sollte zur Entwicklung von Substitutionsprodukten und dem Ausbau von Rohstoff-Recycling angehalten werden. Eine völlige Ausbeutung der landschaftlich einmaligen Südharzer Gipskarstlandschaft kann keine Lösung sein.“

Das durch die Naturstiftung David geförderte Schwarzbuch des BUND Thüringen dokumentiert nicht nur bereits erfolgte Schäden der Landschaft durch den Gipsabbau. Es stellt dem Leser gleichzeitig die Einmaligkeit und das Artenspektrum eines weltweit einzigartigen Naturjuwels vor, das über Jahrmillionen entstanden ist und weist auf Alternativen für die Industrie hin. „Die Menschen vor Ort sollen eine Chance auf eine nachhaltige Zukunft bekommen“, sagt Dr. Burkhard Vogel. „Eine solche Zukunft hat die Region nur als Biosphärenreservat. Dafür fordern wir ab 2019 die Einrichtung eines Aufbaustabs im Südharz“, ergänzt der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Der BUND warnt ausdrücklich davor, dass eine Ausdehnung des Gipsabbaus im Interesse einzelner Wirtschaftskonzerne auf Kosten einer nachhaltigen Entwicklung in der Region geschehe. Der sanfte Tourismus in der Region schaffe schon heute mehr Arbeitsplätze als alle Gipsunternehmen gemeinsam. „Wir appellieren an Ministerin Keller, den Raumordnungsplan abzulehnen, denn er steht in keinem Verhältnis zum Bedarf. Damit wird die einmalige und wertvolle Gipskarstlandschaft im Südharz nur weiterer Zerstörung preisgegen“, so Dr. Burkhard Vogel.

Pressekontakt: Sarah Köhler, BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 0361 – 555 03 -14; Fax: -19, sarah.koehler@bund.net

2. Treffen der Aktionsgruppe Zukunft Südharz

Am Dienstag dieser Woche hat sich die Aktionsgruppe „Zukunft Südharz“ gegen den weiteren Gipsabbau und für eine lebenswerte Südharzregion getroffen. Die parteiübergreifende Aktionsgruppe möchte sich für den Erhalt unserer Kulturlandschaft in all ihrer Vielfalt einsetzen.
Wer sich gern einbringen möchte mit Ideen oder Aktionen oder sich einfach nur informieren möchte, ist zu der nächsten Sitzung am 15.01.2019 um 17 Uhr im Thomas- Mann- Klub recht herzlich eingeladen.

Kurzversion der Stellungnahme zum Regionalplan: Bedarfe

Anbei eine Zusammenfassung unserer Argumentation zum Thema Bedarfe an Naturgips zum Regionalplanentwurf:

Zusammenfassung der Stellungnahme des BUND zum RP 2018

1) Die neu geschaffene Rubrik „Vorranggebiete vorsorgende Rohstoffgewinnung“ ist ersatzlos zu streichen.

In dieser Kategorie ist eine Erweiterung des umstrittenen Abbaufeldes Kuhberg von bisher 18 ha um 30 ha, sowie eine bisher unverritzte Fläche von 38 ha links der Straße zwischen Steigerthal und Buchholz vorgesehen. Beide Flächen haben eine prägende Bedeutung für das typische Landschaftsbild des Südharzes mit extensiver Landwirtschaft, Obsthecken, Trocken- und Halbtrockenrasen. Sollten die „Vorranggebiete vorsorgende Rohstoffgewinnung“ beschlossen werden, würde sich diese Planung auf einen Zeitraum ab 2043! beziehen. Dies übersteigt den Planungshorizont eines Regionalplanes bei weitem und nimmt künftigen Generationen jeglichen Handlungsspielraum bei der Gestaltung ihrer Lebenswelt.

2) Die Ausweisung neuer Vorrangflächen zur Gips- bzw. Anhydritgewinnung gegenüber dem RP 2012 lehnen wir ab.

Es sollen neue Flächen am Rüsselsee, Hohe Schleife, Ellricher Klippen, Himmelsberg, Mühlberg und Kuhberg mit einer Gesamtfläche von 87 ha zusätzlich ausgewiesen werden. Somit wären im Kreisgebiet Nordhausen insgesamt 672 ha als Vorranggebiete für den Gipsabbau vorgesehen.

Die entsprechnden Bedarfe konnten nicht nachgewiesen werden.

Zur Veranschaulichung die tabellarische Gegenüberstellung der einzelnen Flächen:

Tabelle_Flaechen

Begründung:

  • Laut Planungsbüro Reyer fehlen gegenüber dem RP2012 noch 25 ha hochwertige Gipse, um den Bedarf an Naturgipsen für 25 Jahre zu decken.
    Demgegenüber sollen jedoch
    87 ha an neuen Vorranggebieten ausgewiesen werden.
  • Laut Planungsbüro Reyer fehlen gegenüber dem RP2012 noch 25 ha hochwertige Gipse, um den Bedarf an Naturgipsen für 25 Jahre zu decken.
    Die Berechnung dieses Wertes ist jedoch fehlerhaft.
    Bei der Berechnung des Flächenbedarfes wurde die Gesamtgipsproduktion pro Jahr von
    0,6 Mio t zugrunde gelegt. Diese Zahl beinhaltet jedoch sowohl hochwertige als auch nicht hochwertige Gipse.
    Da Zahlen zum Bedarf an hochwertigen Gipsen von der Gipsindustrie nicht vorgelegt werden, wurde einfach diese Gesamtmenge als Bedarf an hochwertigen Gipsen angesetzt und somit ein viel zu hoher Bedarf an hochwertigen Gipsen berechnet:
    0,62 Mio t * 25 Jahre = 15,5 Mio t
    Ohne belastbaren Bedarfsnachweis darf es keine neuen Flächenzuweisungen geben!
  • Im Gutachten des Planungsbüros Reyer wird von theoretischen Flächenverbräuchen ausgegangen. Es wird die benötigte Tonnage über die Dichte und die Gesteinsmächtigkeit in benötigte Fläche umgerechnet. Dabei wird mit der minimalen Gesteinsmächtigkeit von 10 m gerechnet, obwohl laut Gutachten in der Realität die Mächtigkeiten zwischen 10 und 30 m liegen. Somit kommt ein viel zu hoher Flächenverbrauch heraus.
  • Es erfolgt außerdem kein Vergleich des theoretisch berechneten Flächenverbrauches mit dem realen Flächenverbrauch. Hier eine Darstellung der realen Flächenverbräuche laut Gutachten:
Flaechen_abgebaut

Aus der Darstellung ist ersichtlich:

  1. * Es ist schon jetzt eine größere Fläche im Abbau (183 ha), als jemals bisher abgebaut wurde
    (69 ha)
  2. * Es gibt mehr Reserven an Flächen (281 ha), als gerade im Abbau (183 ha) sind
  3. * Es sind schon im RP 2012 mehr Reservegebiete ausgewiesen (281 ha), als jemals abgebaut wurden (69 ha) + gerade im Abbau befindlich (183 ha) sind. (252 ha)

 

Es erschliesst sich nicht, wieso derartig große Flächenreserven bei einer im Gutachten angenommenen konstanten Fördermenge im RP nochmals erhöht werden sollen.

  • Eine lineare Fortschreibung des Naturgipsverbrauches für die nächsten 25 Jahre widerspricht dem Wort und Geist des LEP. Um ihre Bedarfe an Naturgips zu untermauern, muss die Gipsindustrie ein nachvollziehbares Ausstiegszenario aus der Naturgipsverwendung unter Berücksichtigung von Substitutionsmöglichkeiten vorlegen. Daraus würde ein sinkender jährlicher Bedarf an Naturgips resultieren.

Anbei die Version als Datei zum runterladen:

_Kurzversion_Stellungnahme_Bedarfe_BUND

 

 

 

Pressemitteilung Aktionsgruppe Zukunft Südharz

Am Dienstag dieser Woche hat sich ein breites Aktionsbündnis gegen den weiteren Gipsabbau und für eine lebenswerte Südharzregion gegründet. Die parteiübergreifende Aktionsgruppe möchte sich für den Erhalt unserer schönen Kulturlandschaft in all ihrer Vielfalt einsetzen.
Die Sammlung von über 2000 Unterschriften innerhalb von 4 Wochen zeigt, dass in der Bevölkerung ein großer Rückhalt für dieses Anliegen besteht. Wer sich gern einbringen möchte mit Ideen oder Aktionen oder sich einfach nur informieren möchte, ist zu der nächsten Sitzung am

04.12.2018 um 17 Uhr im Thomas- Mann- Klub

recht herzlich eingeladen.

BUND Nordhausen übergibt Stellungnahme zusammen mit über 2000 Unterschriften in Sondershausen

Sondershausen. Heute, den 08.11.2018, hat der BUND Nordhausen seine Stellungnahme zum aktuellen Entwurf des Regionalplans Nordthüringen dem Planungsbüro Sondershausen übergeben. Seit Anfang September liegt dieser Entwurf vor. Er beinhaltet Gebietserweiterungen von insgesamt ca. 87ha für die Gipsindustrie. Zudem sind auf einer Fläche von 68ha zwei neue „Vorranggebiete vorsorgender Rohstoffgewinnung“ geplant. In seiner Stellungnahme lehnt der Umweltverband die Ausweisung neuer Vorrangflächen zur Gips-und Andryhitgewinnung ab. “Die Erweiterungsflächen um den Rüsselsee und den Himmelsberg zwischen zwei Naturschutzgebieten stellen eine ökologische Katastrophe dar und zerschneiden den Höhenzug Mühlberg-Himmelsberg“, so Heidi Schell, Kreisverbandsvorsitzende des BUND Nordhausen.

Obwohl die bereits bestehenden Abbaugebiete noch für Jahrzehnte den Abbau der Gipsunternehmen sichern, sieht der neue Regionalplan vier Erweiterungen im Bereich Rüsselsee, Hohe Schleife, Ellricher Klipper vor. Zudem sind unter der Rubrik „Vorranggebiete vorsorgende Rohstoffgewinnung“ zwei weitere große Abbauflächen am Kuhberg und zwischen Buchholz und Steigerthal geplant. „Wir fordern die Streichung dieser neu geschaffenen Rubrik, die nur eine weitere Zerstörung der wertvollen Gipskarstlandschaft im Südharz darstellt“, so Heidi Schell. Gegen eine weitere Ausweisung von Vorranggebieten hat der BUND Kreisverband Nordhausen in den letzten 4 Wochen bereits mehr als 2000 Unterschriften gesammelt, die am heutigen Nachmittag zusammen mit der Stellungnahme dem Planungsbüro in Sondershausen übergeben werden. „Die Südharzer Gipskarstlandschaft ist ein weltweit einmaliges Naturjuwel, das über Jahrmillionen entstanden ist. Dadurch beherbergt die Landschaft eine außergewöhnliche Artenvielfalt auf engstem Raum“.

Die Neuausweisungen basieren auf einem Gutachten, das die Regionale Planungsgemeinschaft beim Erfurter Sachverständigenbüro Reyer in Auftrag gegeben hat. Laut des Gutachtens sind zusätzliche Flächen notwendig um den Bedarf an Naturgips für die nächsten 25 Jahre zu sichern. Doch liegen der Berechnung vor allem Angaben der Gipsindustrie zugrunde. Der BUND kritisiert, dass die Bedarfsermittlung auf Grundlage der bisherigen Fördermengen und der allgemein jährlichen Förderrate ermittelt wurde. „Neue Technologien werden hier nicht mit bedacht. Außerdem ist im Landesentwicklungsplan nicht festgeschrieben, dass ein Naturgipsabbau für 25 Jahre gewährleistet werden muss“, sagt Heidi Schell. Der BUND warnt ausdrücklich davor, dass eine Ausdehnung des Gipsabbaus im Interesse einzelner Wirtschaftskonzerne auf Kosten einer nachhaltigen Entwicklung in der Region geschehe. Der sanfte Tourismus in der Region schaffe schon heute mehr Arbeitsplätze als alle Gipsunternehmen gemeinsam.