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künftiges Vorranggebiet vorsorgende Rohstoffgewinnung VRS-2 bei Steigerthal

Foto: BUND Kreisverband Nordhausen

Termin monatliche Sitzung:

Besuchen Sie unsere monatliche Sitzung und lernen Sie unsere Aufgaben und Projekte persönlich kennen:
Jeder 1. Dienstag im Monat
ab 18:30 Uhr
Ort:
Vereinshaus „Thomas Mann“
Wilhelm-Nebelung-Straße 39
99734 Nordhausen

Eine genaue Wegbeschreibung finden Sie unter Kontakt

Aktionsgruppe „Südharz bleibt natürlich“:

Jeder 1. Dienstag im Monat
ab 17:00 Uhr
Ort:
Vereinshaus „Thomas Mann“
Wilhelm-Nebelung-Straße 39
99734 Nordhausen

 

Nächster Landschaftspflegeeinsatz:

Interessenten melden sich bitte unter: 01716530123 bei Bodo Schwarzberg

Waldkrise in Thüringen

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert mit Blick auf das geplante Spitzengespräch in der Thüringer Staatskanzlei zur Waldkrise eine neue Waldstrategie für Thüringen. Der Verband fordert die Gemeinwohlinteressen des öffentlichen Waldes über die Gewinninteressen der Holzwirtschaft zu setzen. Der BUND Thüringen mahnt außerdem, die Nadelholz-Monokulturen endlich in Laubmischwälder umzubauen und die Wälder ökologischer und nachhaltiger zu bewirtschaften, um diese besser gegen den Klimastress zu wappnen. Ausdrücklich begrüßt der BUND Thüringen den Waldaktionsplan von Ministerin Siegesmund.

Mehr Geld alleine reicht nicht aus, um das Waldsterben zu stoppen. Wir brauchen einen neuen Generationenvertrag für den Wald. Wenn wir unsere Wälder retten wollen, müssen wir die Klimakrise stoppen, Luftschadstoffe aus dem Verkehrs- und Landwirtschaftssektor eliminieren und vor allem die Wälder wieder als Ökosysteme und nicht als Holzplantagen begreifen“, erklärte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Nach Einschätzung von Vogel ist die aktuelle dramatische Situation der Wälder überwiegend hausgemacht. Auf mehr als der Hälfte der Waldfläche Thüringens seien wegen kurzfristiger, forstökonomischer Interessen Nadelwälder aufgeforstet worden. Mit 38% der Waldfläche sei die Fichte die mit Abstand häufigste Baumart in Thüringen. Damit stocke die Fichte in weiten Teilen Thüringens außerhalb ihres ökologischen Optimums. Die sturmgefährdete und dürreempfindliche Baumart sei besonders anfällig gegenüber dem Borkenkäfer.

Durch die jahrzehntelange Förderung der Nadelwaldbestände sind die verheerenden Borkenkäferkalamitäten, welche wir jetzt erleben, vorprogrammiert“, sagte Vogel.

Bei den Laubwäldern seien Dürreschäden vielfach die Konsequenz intensiver forstlicher Bewirtschaftung. Häufige Durchforstung und ein dichtes Rückegassensystem beeinträchtige das Waldinnenklima und erhöhe die Anfälligkeit der Wälder gegenüber Austrocknung. Besonders betroffen seien sog. Altschirmschläge wie im Hainich oder am Possen. Hier seien nach forstlichen Eingriffen nur Überhälter als Schirm stehen geblieben. Gerade die Buche reagiere als Schattenbaumart empfindlich auf solche Freistellungen und erleide „Sonnenbrand“.

Zusätzlich mache sich die Dauerbelastung durch Luftschadstoffe in Form von Stickoxiden aus dem Straßenverkehr und Ammoniakemissionen aus Massentierhaltung bemerkbar. Während das Phänomen des „Sauren Regens“ durch die Entschwefelung von Großkraftwerken kaum noch eine Rolle spiele, seien die Stickoxidemissionen aus dem Verkehrsbereich und der Ammoniakeintrag aus der Landwirtschaft weiterhin große Belastungen für die Waldböden. Stickoxide schädigen das Feinwurzelsystem und damit die Wasseraufnahmefähigkeit der Bäume. Ammoniakeintrag führt zur Bodenversauerung und wirkt ähnlich wie der „Saure Regen“.

Weder der Ruf nach fremdländischen, vermeintlich klimastabilen Baumarten noch die Forderung nach einer Pflicht zur Wiederaufforstung zeugen von Sachkenntnis in der aktuellen Debatte“, sagte Vogel. „Heimische, standorttypische Baumarten sind an die hiesigen, klimatischen Bedingungen am besten angepasst. Die Förderung der Naturverjüngung und Sukzession statt Aufforstung ist der beste Garant für eine stabile Waldentwicklung. “

Forderungen, auf die Stilllegung von Waldflächen aus Gründen des Waldbrandschutzes oder der Verkehrssicherung zu verzichten, erteilte Vogel eine klare Absage: „Nur fünf Prozent des gesamten Waldes in Thüringen sind als Waldwildnisfläche ausgewiesen. Davon sind der größte Teil Laubmischwälder, in denen die Waldbrandgefahr vernachlässigbar ist. Der Nationalpark Hainich zeigt, wie die Verkehrssicherung in Waldwildnisflächen auch bei hoher Besucherfrequenz erfolgreich zu managen ist. Außerdem sind die Waldwildnisflächen auch als Freilandlabore unverzichtbar, weil sie uns zeigen, wie sich klimastabile Wälder der Zukunft entwickeln. Deshalb fordern wir alle Mitglieder der Thüringer Landesregierung auf, das vereinbarte 5%-Ziel nutzungsfreier Wälder nicht in Frage zu stellen.“

Pressemitteilung zur Demo in Ellrich

Pressemitteilung

BUND Kreisverband Nordhausen

Die nachhaltige Entwicklung der Gipskarstlandschaft erfordert eine neue Strategie der Konzerne

DER GIPS gehört in die BERGE!

Der BUND Kreisverband Nordhausen setzt mit der heutigen Aktion, die vom BUND

Niedersachsen und von den Naturfreunden Niedersachsen mitgetragen wird, ein Zeichen gegen die weitere unwiederbringliche Zerstörung dieser einmaligen Naturlandschaft.

Die Verbandsvertreter sind der Auffassung, dass es beim Gipsabbau im Südharz durchaus Parallelen zur Klimakrise durch den Braunkohleabbau gibt. In beiden Fällen sind die Auswirkungen gravierend und durch den Gipsabbau ebenso regionalübergreifend. Denn was unter dem Bagger verschwindet, ist nicht nur eine europaweit einmalige Landschaft, sondern auch eine Landschaft, die ein außerordentlich dichtes Artenspektrum aufweist. Wer den Gipskarst in die Gipsplatte oder die Gipstüte presst, der opfert nicht nur eine touristisch hoch attraktive Landschaft. Auswirkungen auf das regionale Klima sind mit dem VERlust von waldreichen Strukturen, aber auch dem Entfernen der Bodenkrume und den damit verbundenen Erosionserscheinungen, bereit vorhanden. In den letzten heißen Sommern bilden sich kleine Wirbelströmungen an den Tagebauen wie dem Alten Stolberg oder dem Kohnstein. Sie wirbeln feinste Bodenbestandteile in die umliegenden Ortschaften, Staub und Dreck werden durch die hohe Dichte an LKW Fahrten durch die umliegenden Gemeinden getragen-

Nicht nur der Tier- und Pflanzenwelt, auch den hier lebenden Menschen wird die Luft zum Atmen genommen. Zusätzlich geht mit dem Abbau der Halbmagerrasen oder Trockenrasen ein Artenschwund einher. Und dies alles nur, weil ein Industriezweig, dessen Stammwerke fernab der Region oder außerhalb von Deutschland ansässig sind, eine Strategie fährt, die auf „Alles oder Nichts“ hinaus läuft. Aber auch das „Alles“ endet im „Nichts“. Denn Gips ist endlich.

Jahrelang wurde vom Verband der Gipsindustrie der Einsatz von Rea-Gips mit dem Verweis auf ungenügende Qualität klein geredet. Da gab es an den Braunkohlestandorten bereits die großen Gipsfirmen, die das Produkt aus der Entschwefelung per Waggon oder per LKW in die Gipsfirmen brachte. Zeitgleich wurden riesige Lager an den Braunkohlekraftwerke etabliert, die einen Zugriff auf dieses Material noch für Jahrzehnte sichern. Schaut man sich jedoch die Zahlen des tatsächlichen Anfalls von Rea.Gips in Deutschland an, dann wird deutlich, dass seit Jahrzehnten nicht 1 Krume Naturgips hätte abgebaut werden müssen, so groß ist/war die Menge des Anfalls von Gips aus der Rauchgasentschwefelung. Für die Versorgung von Abnehmern für Spezialgips wie Formengipse hätte es genügt, 1 Steinbruch im Südharz in den Bundesländern Niedersachsen oder Thüringen zu betreiben.

Nun die neue Strategie: Das Kleinreden von tausenden Tonnen recycelfähigem Baustoffgips. Und das Ignorieren von Ersatzstoffen für Naturgips. Was da seit Jahrzehnten ungenutzt auf den Deponien oder Kalihalden in Deutschland landete, widersprach dem Ansinnen und den gesetzlichen Grundlage der Kreislaufwirtschaft. Die Politik hat z.B in Thüringen jahrelang geduldet, dass recycelfähige Baustoffgipse auf Deponien oder Kalihalden zur Abdeckung verbracht wurden. Ähnlich ist es beim Anfall von Chemiegipsen, wie Zitronensäuregipsen und Phosphorgipsen. Für hochwertige Medizinalgipse beispielsweise verwenden Marktführer keinen Naturgips, wie uns nur allzu gern mit Hinweis auf die Gipsbinde weisgemacht wird, sondern ausschließlich Gips, der bei der Produktion von Zitronensäure bzw. Milchsäure in ausreichend großer Menge anfällt.

Auch der Einsatz von Waschsäuregipsen aus der Buntmetallverhüttung im Baustoffsektor wird mit keinem Wort im neuen Entwurf des Regionalplanes Nordthüringen erwähnt, der der Bevölkerung 2018 präsentiert wurde und sich derzeitig in Überarbeitung befindet. Über 2000 Unterschriften wurden vom BUND gegen die neuen Vorranggebiete gesammelt. Derzeitig verhandelt man wieder hinter verschlossenen Türen. Wiederholt hat sich die Gipsindustrie mit ihren Forderungen gegenüber dem Land Thüringen eingeklagt, weitere Rohstoffvorratsflächen für die Ausweisung neuer Rohstoffvorrangflächen verfügbar zu machen. Aber dem nicht genug. Am „Alten Stolberg“ wird von der Firma Knauf die Abbaugenehmigung für eine Vorratsfläche bis in das Jahr 2090 mittels neuen Rahmenbetriebsplan angestrebt. Das sind 70 Jahre unveränderter Raubbau, der einem sparsamen Rohstoffeinsatz jegliche Notwendigkeit versagt. Mit dieser Strategie ist die Bundesregierung mit dem geschlossenen Pakt mit der Energiewirtschaft vor wenigen Jahren offensichtlich auf die Nase gefallen. Die Kosten dafür trägt heute der Verbraucher. Und das sind WIR. Hat die Politik im Südharz daraus nichts gelernt? Hat unser Ministerpräsident mit dem Wunsch auf die Bereitstellung von Abbauflächen für die Sicherung von Arbeitsplätzen in der Gipsindustrie den Gedanken der nachhaltigen Generationensicherheit ausgeschaltet? Ein WEITER so auf dem Rücken nachfolgender Generationen?

Das Unternehmen Ellricher Gipswerke/CASEA, dem Remondis Konzern zugehörig mit exklusiven Zugriffsrechten auf sog. Wirtschaftsgut im Baustoffsektor jeglicher Art, hat mit der Vorlage eines Rahmenbetriebsplanes für den Gipsabbau in einem 2019 ausgewiesenen Naturschutzgebiet im Thüringer Gipskarst, der Rüdigsdorfer Schweiz, dem Ganzen die Krone aufgesetzt. Es wird geklagt, was die Rechtsberatung hergibt.

Der BUND Kreisverband Nordhausen ist der Auffassung, dass es im Sinne einer nachhaltigen Firmenstrategie und dem von den Gipsunternehmen angestrebten Wunsch nach Akzeptanz in der Region, sinnvoller wäre, das in Gutachten und Rechtsanwälte investierte Geld in eine nachhaltige Produktentwicklung mittels Substituten zu stecken. Die heimische Bevölkerung einschließlich der im Unternehmen Beschäftigten würde diesen Sinneswandel mit Sicherheit begrüßen. Die Fortführung der Gipsgewinnung im Untertagebau, das Strecken von Baustoffen aus Naturgips mit nachwachsenden Rohstoffen sind nur einige Möglichkeiten, die zeitnah umgesetzt werden könnte. Der „Blaue Engel“ auf einer nachhaltig produzierten Gipsplatte würde den Verbraucher in die Entscheidung einbeziehen, die Gipskarstlandschaft dort zu belassen, wo sie hingehört, nämlich in die BERGE.

Zum Download:

2019_06_29_PM_Gipsdemo_KV_Nordhausen

Aufruf zur Demo 150 Jahre CASEA am 29.06.2019 in Ellrich

Liebe Freunde der Südharzlandschaft!

Kommt zur Demo nach Ellrich am Samstag, den 29.06.2019 um 16.00 Uhr.

Empört euch darüber, dass ungeachtet der mehr als 2000 Unterschriften schon wieder hinter den Kulissen der Entwurf des Regionalplans zugunsten von noch mehr Gipsabbau verändert wird.

Momentan werden die Vorbereitungen getroffen:

– für den neuen Gipstagebau auf dem Kuhberg bei Harzungen,

– für die Erweiterung der Tagebaue „Rüsselsee“ und „Himmelsberg“ bei Woffleben und Niedersachswerfen zwischen den Naturschutzgebieten,

– für die Erweiterung des 30 ha großen Steinbruchs „ Ellricher Klippen“ in das Waldgebiet „Kammerforst“ und darüber hinaus,

– für die Erweiterung des Steinbruches „Hohe Schleife“ in Richtung Naturschutzgebiet „Hörninger Kuppen“,

– für neue Tagebaue bei Steigerthal und in der Rüdigsdorfer Schweiz,

– für die weitere Zerstörung des größten Waldgebietes im Thüringer Gipskarst, den

Alten Stolberg“ mit potentiellen Auswirkungen nun auch auf Stempeda.

Am 29.06.2019 feiern die Südharzer Gipswerke mit vermutlich großer Teilnahme „150 Jahre Gipsabbau im Südharz“.

Für uns sind das 150 Jahre Zerstörung der Gipskarstlandschaft, 150 Jahre Tagebaue ohne Wiederherstellung der ursprünglichen Vegetation, 150 Jahre unwiederbringliche Vernichtung einer einmaligen, als Hotspot der Artenvielfalt ausgezeichneten Landschaft. Unsere Tourismusentwicklung scheitert an der Naturzerstörung. Der Naherholungswert unserer Landschaft verschwindet unterm Bagger.

Wir und unsere Kinder müssen das ausbaden, was diese Industrie und deren Hörige vernichten. Wir bezahlen die Sanierungen der Brücken und Straßen, die Hausfassadenerneuerungen, die Rissbildungen an den Wänden, die Auswirkungen auf unsere Gesundheit. Wir schlucken den Staub der Steinbrüche, die Abgase der LKW`s, wir fallen bei unseren Exkursionen und Radtouren von einem Steinbruch in den nächsten.

Das Ellricher Gipswerk feiert und Gäste aus nah und fern frönen einem exklusiven Abendprogramm. Über dem Buffet prangt der firmeneigene Slogan „Im Auftrag der Zukunft“. Wer bestimmt hier über unsere Zukunft?

Wir sind jedenfalls der Meinung, dass sich hier offensichtlich verschiedene Ansichten über die zukünftige Entwicklung unserer Südharzlandschaft offenbaren und unsere Bedürfnisse in den Konzernzentralen weitab dieser Region nicht berücksichtigt werden. Dagegen können wir etwas tun. Deshalb:

Beteiligt Euch an der vom BUND KV Nordhausen angemeldeten Demonstration am Samstag, den 29.06.2019 um 16.00 Uhr auf dem Gehweg in der Gipsstraße in Ellrich. Transparente sind da, aber wer möchte, kann natürlich auch mit eigenen kreativen Methoden seine Meinung kundtun.

Achtung: Anfahrt bitte über Appenrode/Werna, da die Straße über Cleysingen gesperrt ist.

Wir demonstrieren friedlich, aber bestimmt. Musikinstrumente (Pfeifen, Triangel, Rasseln) können mitgebracht werden.

BUND Kreisverband Nordhausen

Hier der Aufruf als Downloadversion zum Ausdrucken und Verteilen:

KurzversionCasea150

LangversionCASEA150_ohne_Logo

LangversionCASEA150_mit Logo

Positionspapier der Aktionsgruppe „Südharz bleibt! Natürlich!“

1. Wir sind für eine nachhaltige, umweltgerechte Entwicklung der Südharzregion.

2. Wir unterstützen die Ausweisung eines länderübergreifenden Biosphärenreservates „Karstlandschaft Südharz“ in seiner Gesamtheit.

3. Neue Gipssteinbrüche in der Gipskarstlandschaft und eine Ausdehnung bestehender Gipssteinbrüche in naturschutzfachlich sensible Gebiete und Naherholungsräume wollen wir verhindern.

4. Primäre Ressourcen, insbesondere Gips, sind bestmöglich und zeitnah durch sekundäre Rohstoffe im Rahmen einer wirksamen Kreislaufwirtschaft zu ersetzen.

5. Wir fordern die Durchführung eines für die Bevölkerung transparenten Monitorings zu Rekultivierungsmaßnahmen bei Abbauvorhaben und die Aufarbeitung der Defizite.

6. Wir planen Aktionen mit den Bewohnern des Südharzes zum Erhalt der Landschaft im Rahmen von Bildungsarbeit, Exkursionen und Maßnahmen zur Stärkung der regionalen Identität.

7. Wir fordern zukunftstaugliche Reaktionen auf sich verändernde Umweltbedingungen um dem Klimawandel im Interesse unserer Kinder entgegenzuwirken.

8. Der Südharz ist als länderübergreifendes, bedeutendes traditionelles Tourismusgebiet zu erhalten und qualitativ hochwertig auszubauen.

9. Der ländliche Raum ist durch den direkten Bezug von Wohnen und Landschaftsraum sowie die Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe zu stärken.

10. Wir unterstützen Aktionen zum Erleben und Erhalten der Artenvielfalt des Südharzes.

Jeder, der gern mitarbeiten will, ist herzlich willkommen!

Die Aktionsgruppe trifft sich:

jeden ersten Dienstag im Monat um 17 Uhr
im Thomas-Mann- Klub
Wilhelm- Nebelung-Straße 39
Nordhausen

Nordhausen, im April 2019

Download Positionspapier:

Positionspapier_AG_Südharz bleibt natürlich

BUND Thüringen veröffentlicht Schwarzbuch zum Gipsabbau im Südharz

Erfurt. Der BUND Thüringen hat heute sein „Schwarzbuch Gips: Raubbau in der Südharzer Gipskarstlandschaft Thüringens“ präsentiert.  Darin gibt der Umweltverband Einblicke in aktuelle und geplante Abbauvorhaben und zeigt die reale Bedrohung der einmaligen und artenreichen Gipskarstlandschaft in Thüringen auf.  „Die Gipsindustrie zerstört mit ihrem Hunger nach dem „Weißen Gold“ eine ganze Region“, kritisiert Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Durch den Abbau von Gips sind bereits mehr als 250 ha Landschaft im Südharz unwiederbringlich verloren gegangen. Dennoch sieht der Regionale Raumordnungsplan von 2018 weitere Abbauflächen von insgesamt ca. 87 ha für die Gipsindustrie vor. Darin enthalten sind 53 ha für die Gewinnung hochwertigen Gipses. Zudem sind auf einer Fläche von 68 ha zwei neue „Vorranggebiete vorsorgender Rohstoffgewinnung“ geplant. Doch allein die bereits bestehenden Abbaugebiete sichern den Gipsunternehmen noch für Jahrzehnte den Abbau von Gips. Zudem stehen die Neuausweisungen im Widerspruch zu dem Gutachten, das die Regionale Planungsgemeinschaft beim Erfurter Sachverständigenbüro Reyer in Auftrag gegeben hat. Das Gutachten sieht keine Notwendigkeit neuer Abbauflächen für die Naturgips- und Anhydritgewinnung. Lediglich in Bezug auf die Gewinnung von hochwertigem Gips wird ein Bedarf von 26,5 ha für die nächsten 25 Jahre ermittelt. „Die geplanten Erweiterungen und neuen Vorranggebiete sind völlig überzogen. Es ist höchste Zeit, dass die Bagger endlich gestoppt werden“, so Dr. Burkhard Vogel. Er führt weiter aus: „Die natürliche Ressource Gips ist endlich und die Industrie sollte zur Entwicklung von Substitutionsprodukten und dem Ausbau von Rohstoff-Recycling angehalten werden. Eine völlige Ausbeutung der landschaftlich einmaligen Südharzer Gipskarstlandschaft kann keine Lösung sein.“

Das durch die Naturstiftung David geförderte Schwarzbuch des BUND Thüringen dokumentiert nicht nur bereits erfolgte Schäden der Landschaft durch den Gipsabbau. Es stellt dem Leser gleichzeitig die Einmaligkeit und das Artenspektrum eines weltweit einzigartigen Naturjuwels vor, das über Jahrmillionen entstanden ist und weist auf Alternativen für die Industrie hin. „Die Menschen vor Ort sollen eine Chance auf eine nachhaltige Zukunft bekommen“, sagt Dr. Burkhard Vogel. „Eine solche Zukunft hat die Region nur als Biosphärenreservat. Dafür fordern wir ab 2019 die Einrichtung eines Aufbaustabs im Südharz“, ergänzt der Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen.

Der BUND warnt ausdrücklich davor, dass eine Ausdehnung des Gipsabbaus im Interesse einzelner Wirtschaftskonzerne auf Kosten einer nachhaltigen Entwicklung in der Region geschehe. Der sanfte Tourismus in der Region schaffe schon heute mehr Arbeitsplätze als alle Gipsunternehmen gemeinsam. „Wir appellieren an Ministerin Keller, den Raumordnungsplan abzulehnen, denn er steht in keinem Verhältnis zum Bedarf. Damit wird die einmalige und wertvolle Gipskarstlandschaft im Südharz nur weiterer Zerstörung preisgegen“, so Dr. Burkhard Vogel.

Pressekontakt: Sarah Köhler, BUND Thüringen, Referentin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Tel. 0361 – 555 03 -14; Fax: -19, sarah.koehler@bund.net