Naturschutzgebiet „Alter Stolberg“ darf nicht abgebaggert werden

Der BUND Thüringen kritisiert den Plan der Firma Knauf, am „Alten Stolberg“ Gips abzubauen. Damit würde 20 Hektar einer einzigartigen Karstlandschaft zerstört werden.
„Dieser Antrag ist inakzeptabel. Den Versuch, das Thüringer Schutzgebietsnetz abzugraben werden wir nicht zulassen“, so Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Es darf nicht sein, dass große Flächen einer wertvollen Karstlandschaft entgegen der bestehenden Schutzgebietsvereinbarungen jetzt doch dem Bagger zum Opfer fallen sollen“, so Vogel weiter.

Der BUND nimmt die Landesregierung in die Pflicht: „ Wenn sie die anstehende Entscheidung über die Einrichtung des Biosphärenreservats Südharz nicht ad absurdum führen will, muss sie das weitere Abgraben des Alten Stolbergs verhindern. Dem Raubbau der Gips-Industrie Tür und Tor zu öffnen, könnte aus dem künftigen Biosphärenreservat ganz schnell eine Industrielandschaft machen. Das wäre fatal für die touristische Entwicklung der Region.“
Der BUND Thüringen erinnert an das Versprechen der Landesregierung von 2004: Damals versicherten Ministerpräsident Dieter Althaus und Wirtschaftsminister Jürgen Reinholz, keinen weiteren Gipsabbau zuzulassen. „Herr Reinholz kann jetzt als Umweltminister zu seiner Aussage stehen, der BUND würde bei ihm offene Türen einrennen, wenn es um den Schutz der Gipskarstlandschaften gehe. Er muss das Abbaggern des europäisch bedeutsamen Naturschutzgebiets „Alter Stolberg“ verhindern“, so der BUND-Landesgeschäftsführer.
Der Antrag der Firma Knauf sieht vor, den Tagebau Rottleberode in das angrenzende FFH- sowie Vogel- und Naturschutzgebiet Alter Stolberg hinein zu erweitern. Man möchte einen 20 Hektar großen Teil des Schutzgebiets abgraben und bietet im Gegenzug an, bestehende Abbauerlaubnisflächen lediglich „freiwillig“ nicht anzutasten.
Das Gebiet am „Alten Stolberg“ ist eines der umstrittensten Gips-Abbaugebiete im Südharz. Um den Betriebsplan gibt es seit den 1990er Kontroversen. Ebenso besteht seitdem das Naturschutzgebiet „Alter Stolberg“, welches durch zahlreiche Erdfälle, Dolinen, Gipskuppen, Trockentäler und Höhlen geprägt ist. Die Vegetation ist artenreich und umfasst lichten Eichenwald, Gebüsch- und karstige Trockenlandschaften. Als Lebensraum für die Wildkatze und andere seltene Tierarten ist er ebenfalls unersetzlich.

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