Land muss gegen den Flächenverbrauch aktiv werden – NABU und BUND kritisieren Positionspapier Flächenpolitik

Kritische Stimmen zum Positionspapier 2013 „Nachhaltige Flächenpolitik“ gibt es von den Umweltverbänden NABU Thüringen und BUND Thüringen. Die Verbände fürchten, dass sich aus dem Papier keine Veränderungen in der Flächenpolitik des Landes ergeben werden. Das Brachflächenmanagement als einzige konkrete Maßnahme im Kampf gegen Flächenverbrauch wird als nicht ausreichend angesehen. Schon im Frühjahr hatten sich NABU und BUND aus Protest aus dem Bündnis für Fläche zurückgezogen. Minister Reinholz favorisiere bei Bauprojekten einen Ausgleich in Geld anstelle vor realer Wiederherstellung von Natur und Landschaft und verstelle damit den Blick auf die wirklichen Ursachen des Flächenverbrauchs. „Wenn das Land wirklich dem Flächenverbrauch entgegenwirken wollte, dann müssten die landeseigenen Förderprogramme auf Flächensparsamkeit umgestellt werden. Es kann nicht sein, dass in unseren Städten ungenutzte Flächen über Jahrzehnte leerstehen und auf der grünen Wiese vor der Stadt eine Gewerbefläche nach der nächsten erschlossen wird“, sagt Martin Schmidt Vorstandsmitglied des NABU Thüringen. Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen ergänzt: „Der Netto-Flächenverbrauch muss auf null Hektar festgesetzt werden. Solange Investoren sich freikaufen können, wird der Flächenfraß weitergehen.“
Die Naturschutzverbände forderten den Minister erneut auf, zur Kenntnis zu nehmen, dass die naturschutzrechtlichen Ausgleichsmaßnahmen keine statistische Relevanz für die Flächenverluste der Landwirtschaft besitzen. „Es stimmt zwar, dass in der Landwirtschaft im Jahr zirka 31.000 Hektar durch Gewerbeflächen, Siedlungen und Infrastrukturmaßnahmen verloren gehen. Als Ausgleich werden jedoch meist landwirtschaftlich nicht genutzte oder nicht nutzbare Flächen herangezogen oder die Flächen bleiben weiterhin landwirtschaftlich nutzbar“, erläuterte Ron Hoffmann.  „Durch alle seit Mitte der 1990er Jahre erfassten Kompensationsmaßnahmen gingen ganze 0,2% der landwirtschaftlichen Nutzfläche verloren“, unterstreicht Martin Schmidt.

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