BUND Thüringen fordert: Hände weg vom Naturschutzgebiet „Alter Stolberg“!

Foto: BUND Kreisverband Nordhausen

Erfurt/Nordhausen. Der BUND Thüringen warnt vor den geplanten Erkundungsarbeiten der Firma Knauf im Naturschutzgebiet Alter Stolberg. Eine dafür erforderliche naturschutzrechtliche Befreiung könne nach geltender Gesetzeslage nicht erteilt werden. „Eine Abbaugenehmigung im Naturschutzgebiet wäre ein Präzedenzfall nicht nur für den Gipskarstgürtel im Südharz. Sollte die Naturschutzbehörde des Landkreis Nordhausen den Eingriff genehmigen, würde die Naturschutzgebietsverordnung ad absurdum geführt“, warnt Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen.„Es wäre ein Schlag ins Gesicht der Naturschützer und der Menschen, die den ‚Alten Stolberg‘ als Erholungsgebiet mit einmaliger Naturausstattung schätzen. Wir erwarten von der Behörde eine detaillierte Prüfung des Antrags“, so Hoffmann weiter. Der Alte Stolberg hat bereits maßgebliche schützenswerte Bereiche durch den fortschreitenden Tagebau verloren. Und der Firma Knauf stehen dort noch über 300 ha Bergwerkseigentum zur Verfügung. Ein Abbaggern des derzeitigen Naturschutzgebiets würde auch den natürlichen Geräusch- und Sichtschutz gegen den Gipssteinbruch entfernen.
Der BUND Thüringen warnt, dass unter dem Deckmantel der Flächenoptimierung ein Angriff auf Naturschutzgebiete beginnt, der eine neue Dimension hat. Was zunächst bei FFH-Gebieten, wie dem „Harzfelder Holz“ bei Neustadt, begann, würde nun verschärft fortgeführt. „Naturschutzgebiete dürfen nicht zum Spielball wirtschaftlicher Interessen werden. Frau Lieberknecht hat heute die Situation in der Rüdigsdorfer Schweiz gesehen. Hier ist gleich der nächste Brennpunkt“, ergänzt der BUND-Landesvorsitzende. „Wird der Gipsabbau im Naturschutzgebiet ‚Alter Stolberg‘ genehmigt, macht man die ‚Hörninger Kuppen‘ und die Naturschutzgebiete der Rüdigsdorfer Schweiz auch wieder zur Verhandlungsmasse für die Gipsindustrie“, so Hoffmann abschließend.

Teile diesen Inhalt: