Kein Gipsabbau am Winkelberg im Landkreis Nordhausen

BUND Thüringen unterstützt Forderung nach Erweiterung des Naturschutzgebietes Rüdigsdorfer Schweiz

Erfurt. Der BUND Thüringen fordert die Firma Casea aus Ellrich auf, ihre Probebohrungen zur Erkundung von Gipslagerstätten am Winkelberg, Rüdigsdorfer Schweiz, einzustellen. Er unterstützt die Forderung des Landkreises Nordhausen nach der Erweiterung des Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz auf den gesamten Winkelberg.

„Im Koalitionsvertrag haben Rot-Rot-Grün den Neuaufschluss von Gipstagebauen im Südharz ausgeschlossen. Deshalb muss die neue Landesregierung den Plänen der Firma Casea am Winkelberg jetzt endgültig einen Riegel vorschieben“, forderte Dr. Burkhard Vogel, Landesgeschäftsführer des BUND Thüringen. „Dazu muss der Freistaat den Winkelberg auch als Naturschutzgebiet ausgewiesen werden.“

Nach Angaben des BUND Thüringen hat die Firma Casea aus Ellrich bereits mit Probebohrungen am Winkelberg begonnen. Durch die Einbindung des Winkelberges in das Naturschutzgebiet „Rüdigsdorfer Schweiz“ könne die notwendige Rechtssicherheit für die wertvollen Lebensräume geschaffen werden.

Allein 14 der insgesamt 20 Thüringer Fledermausarten wurden nach Angaben von Vogel im Gebiet des Winkelberges nachgewiesen. Das Stollensystem „Winkelberg“, in dem viele der Arten überwinterten, gehöre zu den bundesweit bedeutendsten unterirdischen Fledermausquartieren. Im Frühjahr seien die Halbtrockenrasen und Wälder am Winkelberg als Nahrungsflächen für die aus dem Winterschlaf erwachenden Fledermäuse unverzichtbar.

„Das Thüringer Umweltministerium muss sofort handeln, bevor die Gipsindustrie am Winkelberg vollendete Tatsachen schaffen kann und das Herz der Rüdigsdorfer Schweiz den Baggern der Gipsindustrie zum Opfer fällt“, forderte Vogel.

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