BUND-Kreisverband mit 40. Einsatz

Am vergangenen Sonnabend war es wieder so weit: Zum 40. Mal seit 2010 griffen Mitstreiter und Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen zu Freischneider, Harke und Heugabel. Diesmal wurde ein ökologisch wertvoller Halbtrockenrasen im Naturschutzgebiet (NSG) Alter Stolberg gemäht…

Hier siedeln unter anderem die vier laut Roter Liste Thüringen stark gefährdeten Gefäßpflanzenarten Steppen-Sesel (Seseli annuum), Abbiss-Pippau (Crepis praemorsa), Färber-Meier (Asperula tinctoria) und Einfache Wiesenraute (Thalictrum simplex ssp. tenuifolium).

Das Naturschutzgebiet Alter Stolberg beherbergt mindestens acht zum Teil nur kleine waldärmere Bereiche, in denen noch nach 1990 jeweils mindestens zwei stark gefährdete, höhere Pflanzenarten nachgewiesen werden konnten. Meist seit der Wende unterlagen sie mehrheitlich keiner oder keiner geeigneten Pflege bzw. Bewirtschaftung, die zur Erhaltung hochgradig bedrohter Arten beitragen konnte. Das Problem: Die einstige Schaf-/Ziegen-Hütehaltung ist im Naturschutzgebiet weitestgehend zum Erliegen gekommen. Zudem wurden nach dem Krieg zahlreiche, einst offene, artenreiche Landschaftsausschnitte aufgeforstet, was zu weiteren Verlusten führte.

Nachdem das vom Autor des Beitrages allein durchgeführte und vom Landschaftspflegeverband Südharz /Kyffhäuser verwaltete Referenzprojekt Artenschutz 2015 unter anderem auf Grund von bürokratischen und praxisfremden Problemen nicht weiter verfolgt werden konnte, wird der BUND Kreisverband Nordhausen einen Teil der ehemaligen Projektflächen zur Bewirtschaftung übernehmen. Die im Alten Stolberg am Sonnabend gemähte Fläche gehört dazu.

Zentral ist dabei die zeitlich lückenlose Fortführung einer artenschutzgerechten Bewirtschaftung, an der es auf sensiblen, mageren und artenreichen Flächen nicht selten mangelt. Dies aber steht mitunter im Widerspruch zu den festgeschriebenen Erhaltungszielen in unseren Naturschutz- und FFH-Gebieten.

Hierzu wird es demnächst eine neue nnz-Serie geben. Wichtig sind die artenerhaltenden Maßnahmen auch, um den naturschutzfachlichen Wert unserer Schutzgebiete gegenüber den Bestrebungen der Wirtschaft zu erhalten, auch noch die letzten inselartigen Naturschutzflächen ihren Profitinteressen unterzuordnen zu wollen.

Am vergangenen Sonnabend beteiligten sich insgesamt sechs Mitstreiter und Freunde des BUND-Kreisverbandes an dessen 40. Pflegeeinsatz: Klaus Liebenrodt (Ilfeld), Tobias Strietzel (Nordhausen), Heidi Schell (Nordhausen), Katrin Kulpa (Leipzig), Reiner Peix (Ilfeld) und Bodo Schwarzberg (Nordhausen).

Erstmals kamen zwei Big Bags zum Einsatz, mit denen das anfallende Mähgut leichter von der Fläche entfernt werden konnte. Besonderer Dank gilt den Mitstreitern Tobias Strietzel, Heidi Schell und Klaus Liebenrodt, die den Großteil des obligatorischen Imbisses beschafften. Und der war diesmal eine lukullische Rarität: Denn die Fleischerei Erwin Fessel aus Ilfeld hatte sich bereit erklärt, den BUND-Einsatz mit einem äußerst großzügigen, reichhaltigen und unglaublich schmackhaften Produktmix zu unterstützen. Ganz herzlichen Dank dafür.

Bedanken möchten wir uns auch bei der Unteren Naturschutzbehörde für die Unterstützung unserer Einsätze und bei den Eigentümern der Flächen, auf denen wir tätig werden möchten. Der nächste BUND-Einsatz ist für Ende Juli oder Anfang August geplant. Interessenten melden sich bitte bei bodo_schwarzberg@yahoo.de

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