Umfrage des BUND Kreisverbandes zum Thema OB- Wahlen in Nordhausen (3)

Wir haben allen OB- Kandidaten die gleichen Fragen mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt. Hier nun die Reaktionen der Kandidaten in der Reihenfolge des Einganges der Antworten:

Dirk Erfurt (parteilos) schreibt:

1 ) Unterstützen Sie die Einrichtung eines Biosphärenreservates Südharz im Thüringer Gipskarstgürtel.

Ja

Wie würden Sie sich für die Stadt Nordhausen in den vom Thüringer Umweltministerium eingeleiteten Diskussionsprozess zur Einrichtung eines Biosphärenreservates einbringen?

Bildung eines Koordinationskreises aus Vertretern des Naturschutzes, der Bewohner und Nutzer u.a. Jäger, Vertreter der Landwirtschaft und der Kommunalpolitik

Intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Interessenstandpunkten.

Durchführung von „Regionalforen“ in den beteiligten Kommunen und Gemeinden in denen sich u.a. Landwirte und andere Betroffene informieren und Anregungen geben.

Welche vorrangigen Aufgaben kämen nach Ihrer Auffassung auf den urbanen Raum zu und in welchen Wirtschaftsbereichen gibt es nach Ihrer Auffassung verstärkte Handlungserfordernisse zur Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens?

– Entwicklung einer regionalen Identität

– Vermarktung regionaler Produkte

– Tourismuswirtschaft

– Beachtung und Förderung des Naturschutz

– nachhaltige Landwirtschaftsentwicklung

– nachhaltige Wasserwirtschaft

Haben Sie ihren Urlaub schon einmal in einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat im In- oder Ausland verbracht?

Ja, mein Sohn lebte ein paar Jahre im BR „Thüringer Wald“. Bei Besuchen bin ich auf die vielfältigen Möglichkeiten in der Region aufmerksam geworden.

Meinen Jahresurlaub 2017 verbrachte ich im BR „Schorfheide-Chorin“ und habe mitbesonderer Aufmerksamkeit die Marketingmöglichkeiten betrachtet.

2) Würden Sie als Oberbürgermeisterin/Oberbürgermeister die Wiedereinrichtung der AG Baum unter Leitung des Umweltamtes der Stadt Nordhausen und mit Teilnehmern von Umweltverbänden, Vereinen u.a. interessierten Bürgern unterstützen? Können Sie sich vorstellen, an den Sitzungen der AG Baum teilzunehmen?

Ja, gern erarbeite ich mit Ihnen gemeinsam Zielstellungen dieser AG.

Die Umweltverbände und Vereinen sollten unter der Leitung des zuständigen Umweltamtes organisiert sein und entsprechend arbeiten.

Auch halte ich eine Verbindung und Vernetzung mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung für zielführend.

Kennen Sie die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen? Können Sie beurteilen, ob die darin erhobenen Anforderungen in der Stadt satzungsgemäß umgesetzt werden?

Ja, ich kenne diese Satzung. Ich gehe davon aus, dass die Stadt auf die Einhaltung der Satzung achtet und deren Inhalte umsetzt.

Welche Gewichtung würden Sie der Umsetzung der Baumschutzsatzung beimessen? Welche Bedeutung hat für Sie die Bereitstellung von ausreichenden Finanzmitteln zur Erfüllung der aus der Satzung hervorgehenden rechtlichen Verpflichtungen?

Finanzmittel können aus dem bestehenden Grünfonds der Stadt bereitgestellt werden.

Privat motivierte Geldgeber sollten verstärkt genutzt werden.

3 ) Welche Auffassung vertreten Sie zu der Herausnahme von Waldflächen im städtischen Eigentum aus der forstwirtschaftlichen Nutzung? Könnten Sie sich vorstellen, diese Möglichkeit im Stadtrat zu diskutieren?

Mit der großen Waldfläche im Bereich Sondershausen/Possen sind die Forderungen dieser Region ausreichend erfüllt. Es sollte keine 2. Auflage angezeigt werden.

4 ) Würden Sie sich an einem Landschaftspflegeeinsatz des BUND Kreisverbandes Nordhausen im städtischen Territorium (auch Ortsteilen) beteiligen?

Ich verfolge die Arbeiten des BUND mit großem Interesse. Die Mitglieder arbeiten an einer wichtigen Sache, die gern meine Unterstützung erfährt.

Könnten Sie sich vorstellen, ein Bildungsprojekt zum Erhalt von Streuobstwiesen auf Flächen im Eigentum der Stadt Nordhausen als Projektpartner zu unterstützen?

Projektpartner für diese Projekte sind in unserer Region ausreichend vorhanden. Hier sollte die Kommunikation gesucht werden. Der Park „Hohenrode“ wäre innerstädtisch für ein Bildungsprojekt mit Nachhaltigkeit gut geeignet.

5) In welchen Bereichen des städtischen Territoriums einschließlich der Ortsteile sehen Sie den Bedarf für Hochwasserschutzmaßnahmen?

Hier sollten wir uns gemeinsam an der Hochwasserschutzrichtlinie Thüringen orientieren. Dieses Papier wird regelmäßig fortgeschrieben.

Gibt es nach Ihrer Auffassung Alternativen zu technischen Bauwerken wie den Hochwasserrückhaltebecken mit Durchgängigkeitssperrwerken (Dämmen und Kleinstdurchlässen (siehe Nordhausen Ost). Würden Sie diese alternative Betrachtung von einem Auftragnehmer einfordern?

Den besten Schutz bieten Flussauen. Eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema biete ich gern schon jetzt an.

6) Wie stehen Sie zur Bebauung des Parks Hohenrode und der damit verbundenen Bodenversiegelung und erforderlichen Baumfällungen?

Hier sollte die Kooperation mit den Klinikum gesucht und genutzt werde. Alternative Lösungen zur langfristigen und nachhaltigen Nutzung des Parks sind zu suchen.

7) Welche Auffassung vertreten Sie zur Zukunft des Vereinshauses „Thomas Mann“?

Welche Möglichkeiten der Stadt Nordhausen sehen Sie, die dort „beheimateten“ Vereine beim Erhalt des Hauses zu unterstützen?

Steht ein Verkauf des Hauses nach Ihrer Meinung mit der Unterstützung des Ehrenamtes im Einklang?

Eine Entscheidung dazu wurde bereits durch den Stadtrat und die Stadtverwaltung getroffen.

Sind Sie selbst ehrenamtlich tätig?

Ja, sehr vielfältig

– seit 2010 als ehrenamtlicher Bürgermeister; davor als Beigeordneter

– im Harzklub Zweigverein Neustadt/Osterode von 2005 bis 2010 als

Vorsitzender für 170 Mitglieder

– als Patientenfürsprecher im Ev. Fachkrankenhaus Neustadt

– im Verein zum Erhalt des Neuen Schlosses in Neustadt

8) Der regionale Raumordnungsplan wird derzeitig in der Regionalen Planungsgemeinschaft mit Sitz in Sondershausen überarbeitet.

Zu Fragen des Rohstoffabbaus wurden Vertreter der Gipsindustrie angehört. Umweltverbänden hat man diese Möglichkeit vor dem Gremium der Planungsgemeinschaft bisher nicht eingeräumt.

Die Einbeziehung der Umweltverbände in diesen Prozess halte ich für unerlässlich.

9) Sind Sie der Auffassung, dass für den Gipsabbau im Landkreis Nordhausen weitere Vorranggebiete für den Rohstoffabbau (Gips/Anhydrit) im zukünftigen Raumordnungsplan ausgewiesen werden sollten?

NEIN

Haben Sie Kenntnis darüber, dass dem Unternehmen CASEA eine Vorrangfläche für den Gipsabbau von mind. 50 ha südlich der Ellricher Klippen bereits im geltenden Raumordnungsplan eingeräumt wurde?

NEIN

9) Welche Auffassung vertreten Sie zu der von der Fa. Knauf angestrebten Erweiterung des Steinbruches im Alten Stolberg in das noch verbliebene gleichnamige Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet? Würden Sie einem Flächentausch zustimmen angesichts der Tatsache, dass damit ein Präzedenzfall in Thüringen geschaffen würde?

Sind Sie der Auffassung, dass das Unternehmen seine Möglichkeiten der Substitution von Naturgips voll ausschöpft?

Nein, die Naturgipsvorkommen sind zu schonen.

Mehr alternative Möglichkeiten sind zu befürworten.

10) Welche Bedeutung haben für Sie die im städtischen Territorium befindlichen Brunnen für die regionale Trinkwasserversorgung? Unterstützen Sie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten zum Schutz der Grundwasserressourcen? Wie stehen Sie zu den damit möglicherweise verbundenen Nutzungseinschränkungen?

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel und ist mit höchster Priorität zu schützen.

11) Zu welchen Anlässen nutzen Sie die städtischen Radwege? Halten Sie das derzeitige Radwegekonzept und den Radwegeausbau in der Stadt Nordhausen und den Ortsteilen für ausreichend?

Leider nutze ich derzeit persönlich keine Radwege.

Es bedarf dringend eines weiteren Ausbaues von Radwegen.

Welche Radwegeführung in der Stadt Nordhausen ist für Sie beispielhaft?

Töpferstraße

Wo sehen Sie zukünftige Prioritäten in der Planung und Umsetzung, welche Möglichkeiten der Realisierung würden Sie in der Zeit Ihrer Wahlperiode anstreben?

Ich gehe davon aus, dass sich Ihre Frage auch auf Radwege bezieht?

Radwegeverbindungen zwischen Stadt und Ortsteilen, aber auch zwischen den Ortsteilen müssen geschaffen werden.

Würden Sie eine öffentliche Diskussion in Form eines „Radwegesymposium“ in der Stadt Nordhausen unterstützen?

Ja

12) Welche Rolle spielen für Sie beim privaten Einkauf?

Wie spiegelt sich das in Ihrem persönlichen Warenkorb wieder?

  • Produkte aus dem fairen Handel

Ich veranstalte jedes Jahr im November für die Bürger in meinem Heimatort einen Eine-Welt-Tisch. Die Stadt Nordhausen ist als „Fairtrade Stadt“ zertifiziert ist. Dieses Zertifikat muss regelmäßig erneuert werden und das Bewusstsein dafür bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Mitarbeitern der Stadtverwaltung geschärft werden.

  • Produkte mit Biosiegel

Meine Frau und ich verwenden in unserem Haushalt ausschließlich Bioprodukte für unsere Ernährung

  • Regionale Produkte?

Wir nutzen ausschließlich die angebotenen Produkte aus meinem Heimatort sowie aus dem Landkreis.

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