Jugendliche erhalten die Artenvielfalt

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Das ist ein Ziel des BUND-Kreisverbandes Nordhausen, das mit den in den Verordnungen unserer Naturschutzgebiete enthaltenen, von staatlicher Seite oft vernachlässigten Zielstellungen zusammenfällt…

Nachweislich war es seit der Wende vielfach durch ehrenamtliches Engagement möglich, bedeutende Wuchsorte bzw. Vorkommen bedrohter Pflanzenarten zu erhalten, an die meist auch zahlreiche Tierarten gebunden sind.

Beim 60. landschaftspflegerischen Einsatz des BUND-Kreisverbandes Nordhausen seit 2010 stand die Mahd eines Flachmoors im Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz im Mittelpunkt. Gerade, weil dieses Naturschutzgebiet in erster Linie durch seine auf Trockenheit spezialisierten Wiesen und Wälder bekannt ist, stellt die Erhaltung dieses exklusiven Feuchtgebietes eine wesentliche Schutzaufgabe dar. Auf Grund der Seltenheit derartiger, teils noch nährstoffarmer Feuchtbiotope im Gipskarst sind diese auch mit besonders großer Dringlichkeit zu erhalten.

Acht Enthusiasten fanden sich am vergangenen Sonnabendvormittag ein, um diese alljährlich anstehende Aufgabe zu erfüllen. Besonders erfreulich war die Teilnahme von drei Jugendlichen. Artenschutz und hier vor allem der ehrenamtliche aktive Artenschutz draußen in den Schutzgebieten, das ist eine generationenübergreifende Aufgabe, was umso mehr gilt, als die Politik nicht in der Lage und nicht wirklich gewillt ist, den Artenrückgang zu stoppen. Die Zukunft des Ehrenamtes im aktiven Natur- und Artenschutz ist wahrscheinlich eher sicherzustellen, als die so dringend notwendige Kontinuität der Politik bei der Erhaltung unser aller Lebensgrundlagen in unserer gegenwärtigen Gesellschaft.

Zunächst gab es eine Einführung in die Bedeutung des Flachmoors für das Naturschutzgebiet Rüdigsdorfer Schweiz. Meist wurden solche Flächen in früheren Jahren entwässert und umgebrochen, um sie landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Nur wenn dies nicht gelang, blieben sie, meist eingezwängt in intensiv genutztes Grünland oder Ackerland, erhalten. Sie fielen dann aber oft brach. Genauso erging es offenbar unserer Einsatzfläche.

Das kleine Flachmoor wird von Hangquellen gespeist, deren permanente Wasserschüttung die intensive landwirtschaftliche Nutzung wahrscheinlich verhinderte. Dadurch konnte eine überdurchschnittlich große Artenvielfalt vor der Vernichtung bewahrt werden. So siedelt dort zum Beispiel das in Thüringen stark gefährdete Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis). Diese einst häufigste Feuchtwiesenorchidee Mitteleuropas ist zumindest im Flach- und Hügelland zur Rarität geworden. Da Deutschland im Zentrum des relativ kleinen Areals liegt, ist auch dessen Verantwortlichkeit für die weltweite Erhaltung dieser Orchideenart groß. Durch die seit 2013 wieder regelmäßig durchgeführte einschürige Mahd (2013 bis 2015 im Zuge des Referenzprojekts Artenschutz mit dem LPV Südharz-Kyffhäuser e.V.) konnte 2017 erstmals wieder eine Zunahme des Bestandes registriert werden.

In besagtem Flachmoor befindet sich zudem ein Massenbestand des gefährdeten Schmalblättrigen Wollgrases (Eriophorum angustifolium), das erst jüngst wieder entdeckt wurde, und sich durch die artgerechte Bewirtschaftung innerhalb weniger Jahre wieder etablierte. Im April und Mai bietet die kleine Wiese einen schon von weitem auffallenden Anblick: durch die weiße „Watte“ der tausenden Wollgrashalme, das Gelb der Sumpf-Dotterblumen, durch das Rot der Orchideen und die Farben vieler anderen Gräser und Kräuter. Rund 50 Gefäßpflanzenarten konnten auf der nur wenige hundert Quadratmeter messenden Wese nachgewiesen werden. Sie ist eine Säule der Biodiversität in der ansonsten überwiegend trockenen Rüdigsdorfer Schweiz.

Eine floristische Kostbarkeit ist auch das unscheinbare Sauergras Carex lepidocarpa (Schuppenfrüchtige Gelbsegge), das erst 2015 für das Gebiet entdeckt wurde und als Zeiger kalkreicher, magerer Flachmoore bezeichnet werden kann. Für die globale Erhaltung der Art ist Deutschland auch „hoch verantwortlich“.

Jede publizierte Art und jeder Beitrag über die Artenvielfalt unseres Landkreises ist eine Maßnahme gegen den Gipsabbau und gegen andere wirtschaftliche Zerstörungen. Denn nur eine informierte, sensibilisierte Öffentlichkeit und Politik können wirksam sein.

Mit zwei Freischneidern und fünf Harken rückten die acht Enthusiasten der Biomasse zuleibe. Damit imitierten wir frühere Nutzungsformen; in manchen Gebieten nutzten die Bauern das Mähgut nasser Wiesen als Einstreu für ihre Ställe.

Ein herzlicher Dank geht an alle Teilnehmer, die nicht nur einen wunderbaren Einsatz im goldenen Herbst, sondern auch ein gemütliches Beisammensein mit Picknick genießen konnten. Die drei jugendlichen Teilnehmer versprachen übrigens, wiederzukommen.
Bodo Schwarzberg; 18.10.2017

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Tödliche Schönheit: Die Herbst-Zeitlose blüht

Die Krokuswiesen im sächsischen Drebach sind berühmt und alljährlich im März ein Touristenmagnet. Im Südharz gibt es Ähnliches, allerdings im Oktober und mit einer anderen Art, der Herbst-Zeitlosen…

Tödliche Schönheit (Foto: Bodo Schwarzberg)
Auf einigen der wenigen noch gemähten Bergwiesen im Landkreis Nordhausen kommen alljährlich oft hunderte, wenn nicht tausende Pflanzen dieses Liliengewächses zur Blüte. Ihr leuchtendes Violett ist zu dieser Jahreszeit meist der einzige Farbtupfer im verblassenden, sommerlichen Grün der Wiesen. Das hier angefügte Foto entstand gestern im Raum Ilfeld.

Die Pflanze mit dem poetischen Namen Herbst-Zeitlose fällt aber nicht nur durch ihre späte Blütezeit bis Oktober und ihre enorme Giftigkeit aus dem Rahmen. Auch die Tatsache, dass sich die Blüte vor den schmalen, leicht rinnigen Blättern aus dem Boden schiebt und die im laufenden Jahr frisch in der sehr tief liegenden Knolle gespeicherten Nährstoffe anzapft, ist eine Besonderheit.

Gegenwärtig sucht man also vergeblich nach den Blättern. Diese entwickeln sich erst im Frühjahr und sind dann ob ihrer Gestalt und Länge meist gut zu sehen. Auch die Fruchtbildung vollzieht sich ungewöhnlicherweise zwischen dem Herbst und der neuen Vegetationsperiode geschützt vor Schnee und Frost im Verborgenen. Erst im April oder Mai erscheint die dreiteilige Kapsel in der Mitte der sich entwickelnden Blattrosette an der Oberfläche.

Die schwarzen, kugeligen Samen enthalten, wie auch die anderen Pflanzenteile eines der stärksten heimischen Gifte, das Colchizin. Der Verzehr der Herbst-Zeitlosen endet schnell tödlich, die Hälfte einer Versuchstiergruppe aus Mäusen verendet bereits bei 5,89 mg Gift pro kg Körpergewicht bei peroraler Verabreichung. Das von uns Menschen subjektiv gefällte Urteil „schön“ ist in der Natur nicht selten mit dem objektiv gültigen Urteil „giftig“ verbunden.

Tödliche Schönheit (Foto: Bodo Schwarzberg)
Bisher erwies sich Colchizin als zu giftig für den Einsatz in manchen medizinischen Bereichen. Verwendung findet es aber in der Gichttherapie und in der Forschung: Grundlegende Mechanismen bei der Zellteilung werden durch Colchizin verändert (Mitose). Auch Weidetiere sind nicht immun gegen das Colchizin. Allerdings können sich Schafe und Ziegen allmählich an das Gift gewöhnen und vertragen höhere Dosen.

Vorsicht ist Bärlauchsammlern angeraten: Ab und an verwechseln sie das beliebte Lauchgewächs mit den Blättern der Herbst-Zeitlose – mit uunter Umständen fatalen Folgen. Jedoch sind die glatten Bärlauch-Blätter im Gegensatz zu den leicht längsfaltigen Blättern der Herbst-Zeitlosen gestielt – und sie verströmen den unverkennbaren knoblauchartigen Geruch. Außerdem ist die Herbst-Zeitlose eine Pflanze nährstoffreicher, frischer Wiesen, der Bärlauch (Allium ursinum) hingegen kommt vor allem in feuchten Laubwäldern vor. An Waldrändern sind aber gemeinsame Vorkommen nicht immer auszuschließen.

Noch bis in den Oktober hinein können wir den Anblick der blühenden Herbst-Zeitlosen genießen, und das am besten bei Sonnenschein: Bei bedecktem Himmel oder Regen sowie am Abend schließt dieser hübsche „Krokus“ des Herbstes seine Blüten.

Bodo Schwarzberg; 02.10.2017

Für Bienen-Ragwurz und Spargelerbse

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Rund 3.500 Quadratmeter eines Halbtrockenrasens mähten Mitglieder und Freundes des BUND-Kreisverbandes Nordhausen am vergangenen Sonnabend an den Bleicheröder Bergen. Diese Fläche ist mit insgesamt rund einem Hektar die größte von den Naturschützern gepflegte Fläche im Landkreis…

… und sie gehört zugleich zu den wenigen größeren verbliebenen Halbtrockenrasen in gutem Zustand und mit Dominanz der Grasart Aufrechte Trespe (Bromus erectus)…

Uns ehrenamtlichen Landschaftspflegern und Naturschützern bot sich zwar ein fast malerischer Blick auf die nahegelegene Eichsfelder Pforte und die Hainleite, aber eben auch auf ausgedehnte Ackerflächen an ihren Hängen. Grünland, und noch dazu artenreiches, extensiv bewirtschaftet und ungedüngt, wird in unserer Landschaft immer mehr zur Rarität.

Wiesen sind also nur noch wenige zu sehen. Der Grünlandreport des Bundesamtes für Naturschutz bemängelt die zunehmende Umwandlung von Grünland in Ackerland, was auch eine in Politik gern vernachlässigte Folge des Bioenergiebooms ist. Auch die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldine äußerte sich kritisch, was aber die Biomethananlage in Nordhausen aus purem Profitinteresse nicht verhindern konnte.

Denn: Im Interesse der hochsubventionierten, intensiven Landwirtschaft wird nicht nur noch mehr Artenvielfalt als ohnehin schon zerstört: Neue, aus Wiesen und Weiden gewonnene Ackerflächen setzen auch über Jahrhunderte gespeicherten Kohlenstoff in Form von Kohlendioxid frei und produzieren unter bestimmten Bedingungen auch das noch viel klimaschädlichere Lachgas (Distickstoffmonoxid N2O). Beides aber fällt, da in der Landwirtschaft entstanden, bei der Klimadiskussion fast immer unter den Tisch. Die Ernsthaftigkeit des deutschen und internationalen Klimaschutzes muss daher kritisch betrachtet werden. Aber wir haben ja auch noch genügend Zeit.

Diese Gedanken können aufkommen, wenn man über das Wippertal auf die Ackerflächen zu Füßen der Hainleite blickt.

Zurück zu unserem Einsatz: Der von uns gemähte Halbtrockenrasen ist möglicherweise viele hundert Jahre alt und beherbergt eine ganze Reihe bedrohter und geschützter Pflanzengesellschaften sowie Pflanzen- und gewiss auch Tierarten. Wahrscheinlich wurde er überwiegend gemäht, statt beweidet, da das vorherrschende Gras, die Aufrechte Trespe (Bromus erectus), Beweidung nicht immer gut verträgt.
Im Jahre 2015 übernahmen wir dessen Pflege, da sich sonst niemand mehr dazu bereitfand.

Denn wirtschaftliche Erwägungen müssen dank der geringen öffentlichen Mittel, die hierfür zur Verfügung stehen, vom Idealismus eines jeden Teilnehmers ersetzt werden. Von Subventionen, wie die intensive Landwirtschaft, kann der Naturschutz nur träumen.

Neben der attraktiven Orchidee Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) und weiteren Orchideenarten beherbergt die Fläche auch ein Vorkommen der stark gefährdeten Gelben Spargelerbse (Lotus maritimus), die auf besonders kurzrasige und lückige Wiesen angewiesen ist. Erfreulich waren hunderte blaue Tupfer des Fransen-Enzians (Gentianopsis ciliata), den wir bei der Mahd teilweise aussparten. Der attraktive Herbstblüher wird allerdings durch die Mahd insgesamt gefördert. Auf extensiv mit Rindern beweideten Flächen scheint er hingegen recht schnell zu verschwinden.

Der Biomasse-Aufwuchs war geringer als in den beiden Vorjahren, was mit auf den verbreitet guten naturschutzfachlichen Zustand der Fläche hinweist. Daher war es uns möglich, in nur sieben Stunden rund 3.500 bis 4.000 Quadratmeter und damit die Hälfte der gesamten Wiese zu mähen und zu beräumen.
Teilnehmer waren Fritz Daniel, extra angereist aus Sondershausen, Tobias Stritzel aus Nordhausen, Rainer Peix aus Ilfeld und der Autor des Pressebeitrages. Wie im vergangenen Jahr soll die Wiese bis zum Beginn der nächsten Vegetationsperiode von uns komplett gemäht sein. Die nächsten Artenschutzeinsätze des BUND-Kreisverbandes Nordhausen sind für Anfang Oktober geplant.

Die Fotos zeigen neben einer kleinen Einsatzdokumentation auch die die in Thüringen stark gefährdete Gelbe Spargelerbse, deren Erhaltung wir unter anderem mit diesem Einsatz erreichen.
Bodo Schwarzberg; 01.10.2017

 

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Umfrage des BUND Kreisverbandes zum Thema OB- Wahlen in Nordhausen (3)

Wir haben allen OB- Kandidaten die gleichen Fragen mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt. Hier nun die Reaktionen der Kandidaten in der Reihenfolge des Einganges der Antworten:

Dirk Erfurt (parteilos) schreibt:

1 ) Unterstützen Sie die Einrichtung eines Biosphärenreservates Südharz im Thüringer Gipskarstgürtel.

Ja

Wie würden Sie sich für die Stadt Nordhausen in den vom Thüringer Umweltministerium eingeleiteten Diskussionsprozess zur Einrichtung eines Biosphärenreservates einbringen?

Bildung eines Koordinationskreises aus Vertretern des Naturschutzes, der Bewohner und Nutzer u.a. Jäger, Vertreter der Landwirtschaft und der Kommunalpolitik

Intensive Auseinandersetzung mit den verschiedenen Interessenstandpunkten.

Durchführung von „Regionalforen“ in den beteiligten Kommunen und Gemeinden in denen sich u.a. Landwirte und andere Betroffene informieren und Anregungen geben.

Welche vorrangigen Aufgaben kämen nach Ihrer Auffassung auf den urbanen Raum zu und in welchen Wirtschaftsbereichen gibt es nach Ihrer Auffassung verstärkte Handlungserfordernisse zur Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens?

– Entwicklung einer regionalen Identität

– Vermarktung regionaler Produkte

– Tourismuswirtschaft

– Beachtung und Förderung des Naturschutz

– nachhaltige Landwirtschaftsentwicklung

– nachhaltige Wasserwirtschaft

Haben Sie ihren Urlaub schon einmal in einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat im In- oder Ausland verbracht?

Ja, mein Sohn lebte ein paar Jahre im BR „Thüringer Wald“. Bei Besuchen bin ich auf die vielfältigen Möglichkeiten in der Region aufmerksam geworden.

Meinen Jahresurlaub 2017 verbrachte ich im BR „Schorfheide-Chorin“ und habe mitbesonderer Aufmerksamkeit die Marketingmöglichkeiten betrachtet.

2) Würden Sie als Oberbürgermeisterin/Oberbürgermeister die Wiedereinrichtung der AG Baum unter Leitung des Umweltamtes der Stadt Nordhausen und mit Teilnehmern von Umweltverbänden, Vereinen u.a. interessierten Bürgern unterstützen? Können Sie sich vorstellen, an den Sitzungen der AG Baum teilzunehmen?

Ja, gern erarbeite ich mit Ihnen gemeinsam Zielstellungen dieser AG.

Die Umweltverbände und Vereinen sollten unter der Leitung des zuständigen Umweltamtes organisiert sein und entsprechend arbeiten.

Auch halte ich eine Verbindung und Vernetzung mit dem Ausschuss für Stadtentwicklung für zielführend.

Kennen Sie die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen? Können Sie beurteilen, ob die darin erhobenen Anforderungen in der Stadt satzungsgemäß umgesetzt werden?

Ja, ich kenne diese Satzung. Ich gehe davon aus, dass die Stadt auf die Einhaltung der Satzung achtet und deren Inhalte umsetzt.

Welche Gewichtung würden Sie der Umsetzung der Baumschutzsatzung beimessen? Welche Bedeutung hat für Sie die Bereitstellung von ausreichenden Finanzmitteln zur Erfüllung der aus der Satzung hervorgehenden rechtlichen Verpflichtungen?

Finanzmittel können aus dem bestehenden Grünfonds der Stadt bereitgestellt werden.

Privat motivierte Geldgeber sollten verstärkt genutzt werden.

3 ) Welche Auffassung vertreten Sie zu der Herausnahme von Waldflächen im städtischen Eigentum aus der forstwirtschaftlichen Nutzung? Könnten Sie sich vorstellen, diese Möglichkeit im Stadtrat zu diskutieren?

Mit der großen Waldfläche im Bereich Sondershausen/Possen sind die Forderungen dieser Region ausreichend erfüllt. Es sollte keine 2. Auflage angezeigt werden.

4 ) Würden Sie sich an einem Landschaftspflegeeinsatz des BUND Kreisverbandes Nordhausen im städtischen Territorium (auch Ortsteilen) beteiligen?

Ich verfolge die Arbeiten des BUND mit großem Interesse. Die Mitglieder arbeiten an einer wichtigen Sache, die gern meine Unterstützung erfährt.

Könnten Sie sich vorstellen, ein Bildungsprojekt zum Erhalt von Streuobstwiesen auf Flächen im Eigentum der Stadt Nordhausen als Projektpartner zu unterstützen?

Projektpartner für diese Projekte sind in unserer Region ausreichend vorhanden. Hier sollte die Kommunikation gesucht werden. Der Park „Hohenrode“ wäre innerstädtisch für ein Bildungsprojekt mit Nachhaltigkeit gut geeignet.

5) In welchen Bereichen des städtischen Territoriums einschließlich der Ortsteile sehen Sie den Bedarf für Hochwasserschutzmaßnahmen?

Hier sollten wir uns gemeinsam an der Hochwasserschutzrichtlinie Thüringen orientieren. Dieses Papier wird regelmäßig fortgeschrieben.

Gibt es nach Ihrer Auffassung Alternativen zu technischen Bauwerken wie den Hochwasserrückhaltebecken mit Durchgängigkeitssperrwerken (Dämmen und Kleinstdurchlässen (siehe Nordhausen Ost). Würden Sie diese alternative Betrachtung von einem Auftragnehmer einfordern?

Den besten Schutz bieten Flussauen. Eine intensive Auseinandersetzung mit diesem Thema biete ich gern schon jetzt an.

6) Wie stehen Sie zur Bebauung des Parks Hohenrode und der damit verbundenen Bodenversiegelung und erforderlichen Baumfällungen?

Hier sollte die Kooperation mit den Klinikum gesucht und genutzt werde. Alternative Lösungen zur langfristigen und nachhaltigen Nutzung des Parks sind zu suchen.

7) Welche Auffassung vertreten Sie zur Zukunft des Vereinshauses „Thomas Mann“?

Welche Möglichkeiten der Stadt Nordhausen sehen Sie, die dort „beheimateten“ Vereine beim Erhalt des Hauses zu unterstützen?

Steht ein Verkauf des Hauses nach Ihrer Meinung mit der Unterstützung des Ehrenamtes im Einklang?

Eine Entscheidung dazu wurde bereits durch den Stadtrat und die Stadtverwaltung getroffen.

Sind Sie selbst ehrenamtlich tätig?

Ja, sehr vielfältig

– seit 2010 als ehrenamtlicher Bürgermeister; davor als Beigeordneter

– im Harzklub Zweigverein Neustadt/Osterode von 2005 bis 2010 als

Vorsitzender für 170 Mitglieder

– als Patientenfürsprecher im Ev. Fachkrankenhaus Neustadt

– im Verein zum Erhalt des Neuen Schlosses in Neustadt

8) Der regionale Raumordnungsplan wird derzeitig in der Regionalen Planungsgemeinschaft mit Sitz in Sondershausen überarbeitet.

Zu Fragen des Rohstoffabbaus wurden Vertreter der Gipsindustrie angehört. Umweltverbänden hat man diese Möglichkeit vor dem Gremium der Planungsgemeinschaft bisher nicht eingeräumt.

Die Einbeziehung der Umweltverbände in diesen Prozess halte ich für unerlässlich.

9) Sind Sie der Auffassung, dass für den Gipsabbau im Landkreis Nordhausen weitere Vorranggebiete für den Rohstoffabbau (Gips/Anhydrit) im zukünftigen Raumordnungsplan ausgewiesen werden sollten?

NEIN

Haben Sie Kenntnis darüber, dass dem Unternehmen CASEA eine Vorrangfläche für den Gipsabbau von mind. 50 ha südlich der Ellricher Klippen bereits im geltenden Raumordnungsplan eingeräumt wurde?

NEIN

9) Welche Auffassung vertreten Sie zu der von der Fa. Knauf angestrebten Erweiterung des Steinbruches im Alten Stolberg in das noch verbliebene gleichnamige Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet? Würden Sie einem Flächentausch zustimmen angesichts der Tatsache, dass damit ein Präzedenzfall in Thüringen geschaffen würde?

Sind Sie der Auffassung, dass das Unternehmen seine Möglichkeiten der Substitution von Naturgips voll ausschöpft?

Nein, die Naturgipsvorkommen sind zu schonen.

Mehr alternative Möglichkeiten sind zu befürworten.

10) Welche Bedeutung haben für Sie die im städtischen Territorium befindlichen Brunnen für die regionale Trinkwasserversorgung? Unterstützen Sie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten zum Schutz der Grundwasserressourcen? Wie stehen Sie zu den damit möglicherweise verbundenen Nutzungseinschränkungen?

Trinkwasser ist das wichtigste Lebensmittel und ist mit höchster Priorität zu schützen.

11) Zu welchen Anlässen nutzen Sie die städtischen Radwege? Halten Sie das derzeitige Radwegekonzept und den Radwegeausbau in der Stadt Nordhausen und den Ortsteilen für ausreichend?

Leider nutze ich derzeit persönlich keine Radwege.

Es bedarf dringend eines weiteren Ausbaues von Radwegen.

Welche Radwegeführung in der Stadt Nordhausen ist für Sie beispielhaft?

Töpferstraße

Wo sehen Sie zukünftige Prioritäten in der Planung und Umsetzung, welche Möglichkeiten der Realisierung würden Sie in der Zeit Ihrer Wahlperiode anstreben?

Ich gehe davon aus, dass sich Ihre Frage auch auf Radwege bezieht?

Radwegeverbindungen zwischen Stadt und Ortsteilen, aber auch zwischen den Ortsteilen müssen geschaffen werden.

Würden Sie eine öffentliche Diskussion in Form eines „Radwegesymposium“ in der Stadt Nordhausen unterstützen?

Ja

12) Welche Rolle spielen für Sie beim privaten Einkauf?

Wie spiegelt sich das in Ihrem persönlichen Warenkorb wieder?

  • Produkte aus dem fairen Handel

Ich veranstalte jedes Jahr im November für die Bürger in meinem Heimatort einen Eine-Welt-Tisch. Die Stadt Nordhausen ist als „Fairtrade Stadt“ zertifiziert ist. Dieses Zertifikat muss regelmäßig erneuert werden und das Bewusstsein dafür bei den Bürgerinnen und Bürgern sowie dem Mitarbeitern der Stadtverwaltung geschärft werden.

  • Produkte mit Biosiegel

Meine Frau und ich verwenden in unserem Haushalt ausschließlich Bioprodukte für unsere Ernährung

  • Regionale Produkte?

Wir nutzen ausschließlich die angebotenen Produkte aus meinem Heimatort sowie aus dem Landkreis.

Umfrage des BUND Kreisverbandes zum Thema OB- Wahlen in Nordhausen (2)

Wir haben allen OB- Kandidaten die gleichen Fragen mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt. Hier nun die Reaktionen der Kandidaten in der Reihenfolge des Einganges der Antworten:

Jutta Krauth (SPD) schreibt:

1) Unterstützen Sie die Einrichtung eines Biosphärenreservates Südharz im Thüringer Gipskarstgürtel?

Ich stehe der Einrichtung eines Biosphärenreservats Südharz im Gipskarstgürtel grundsätzlich positiv gegenüber. Jedoch bedarf es aus meiner Sicht noch eines intensiven ergebnisoffenen Informations- und Diskussionsprozesses mit allen beteiligten gesellschaftlichen Akteuren, insbesondere der Wirtschaft, und den Bürgerinnen und Bürgern. Die Einrichtung eines Bioshärenreservats muss von der gesamten Region getragen werden.

Wie würden Sie sich für die Stadt Nordhausen in den vom Thüringer Umweltministerium eingeleiteten Diskussionsprozess zur Einrichtung eines Biosphärenreservates einbringen?

Ich nahm am Dienstag, 22.08.2017, für die Stadt Nordhausen an einem Auftaktgespräch zum moderierten Diskussionsprozess des Thüringer Umweltministeriums zum Biosphärenreservat teil.

Welche vorrangigen Aufgaben kämen nach Ihrer Auffassung auf den urbanen Raum zu und in welchen Wirtschaftsbereichen gibt es nach Ihrer Auffassung verstärkte Handlungserfordernisse zur Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens?

In allen flächen- und ressoucenverbrauchenden Wirtschaftsbereichen wird es verstärkte Handlungserfordernisse geben.

Haben Sie Ihren Urlaub schon einmal in einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat im In- oder Ausland verbracht?

Ja, beispielsweise in der Camargue, Sierra Nevada und Pfälzerwald – Nordvogesen.

2 ) Würden Sie als Oberbürgermeisterin/Oberbürgermeister die Wiedereinrichtung der AG Baum unter Leitung des Umweltamtes der Stadt Nordhausen und mit Teilnehmern von Umweltverbänden, Vereinen u.a. interessierten Bürgern unterstützen? Können Sie sich vorstellen, an den Sitzungen der AG Baum teilzunehmen?

Ja, ich würde die Wiedereinrichtung einer AG Baum zur Beratung der Verwaltung bei der Umsetzung der Baumschutzsatzung unterstützen.

Kennen Sie die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen? Können Sie beurteilen, ob die darin erhobenen Anforderungen in der Stadt satzungsgemäß umgesetzt werden?

Ich kenne die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen. Soweit ich es beurteilen kann, werden die Anforderungen satzungsgemäß umgesetzt.

Welche Gewichtung würden Sie der Umsetzung der Baumschutzsatzung beimessen? Welche Bedeutung hat für Sie die Bereitstellung von ausreichenden Finanzmitteln zur Erfüllung der aus der Satzung hervorgehenden rechtlichen Verpflichtungen?

Die aus der Satzung hervorgehenden Verpflichtungen ergeben sich unter anderem aus den Bundesnaturschutzgesetz und einschlägigen Landesgesetzen. Damit ist die Gewichtung klar, und die erforderlichen Mittel müssen im Haushalt bereit gestellt werden.

3) Welche Auffassung vertreten Sie zu der Herausnahme von Waldflächen im städtischen Eigentum aus der forstwirtschaftlichen Nutzung? Könnten Sie sich vorstellen, diese Möglichkeit im Stadtrat zu diskutieren?

Die Stadt Nordhausen bewirtschaftet ihre Waldflächen nicht alle ausschließlich selbst. Insbesondere in den Ortsteilen ist sie Mitglied von Wald- bzw. Forstgenossenschaften. Sollte eine Fläche geeignet und in alleiniger Verfügungsgewalt der Stadt sein, dann würde ich mich einer Diskussion im Stadtrat nicht verschließen.

4) Würden Sie sich an einem Landschaftspflegeeinsatz des BUND Kreisverbandes Nordhausen im städtischen Territorium (auch Ortsteilen) beteiligen?

Ja, falls es zeitlich machbar ist…

Könnten Sie sich vorstellen, ein Bildungsprojekt zum Erhalt von Streuobstwiesen auf Flächen im Eigentum der Stadt Nordhausen als Projektpartner zu unterstützen?

Soweit eine geeignete Fläche vorhanden ist, könnte ich mir das vorstellen.

5) In welchen Bereichen des städtischen Territoriums einschließlich der Ortsteile sehen Sie den Bedarf für Hochwasserschutzmaßnahmen? Gibt es nach Ihrer Auffassung Alternativen zu technischen Bauwerken wie den Hochwasserrückhaltebecken mit Durchgängigkeitssperrwerken (Dämmen und Kleinstdurchlässen (siehe Nordhausen Ost)). Würden Sie diese alternative Betrachtung von einem Auftragnehmer einfordern?

Diese Aufgabe der Stadt (Gewässer 2. Ordnung) wird durch den Gewässerunterhaltungsverband Harzvorland, in dem die Stadt Mitglied ist, erledigt. Zu seinen Aufgaben gehören: Maßnahmen zur Verbesserung des Hochwasserschutzes durch Schaffung von Retentionsraum zur Dämpfung der Hochwasserabflussspitzen. Ich würde immer prüfen, ob alternative Betrachtungen Sinn machen und sie auch einfordern.

6) Wie stehen Sie zur Bebauung des Parks Hohenrode und der damit verbundenen Bodenversiegelung und Baumfällungen?

Für den Park Hohenrode muss eine Lösung gefunden werden, die sowohl weitgehende Erhaltung des denkmalgeschützten Parks beinhaltet, als auch die durch den Förderverein und seine Mitglieder erreichten Fortschritte sichert. Unter den genannten Voraussetzungen stehe ich dem Vorhaben in dem Park, ein Hotel bzw. ein Tagungshotel zu errichten, erst einmal grundsätzlich nicht negativ gegenüber. Allerdings muß ein intensiver Entscheidungsprozess stattfinden, in den alle Akteure eingebunden werden.

Der Park Hohenrode ist ein großartiges – auch touristisches – Aushängeschild für unsere Stadt und muss für die Öffentlichkeit erhalten werden.

Es existiert derzeit kein Plan zur weiteren Nutzung des Parks; deshalb steht noch nicht fest, inwieweit und ob es durch eine geplante Bebauung zu großflächigen Bodenversiegelungen oder gar zu Baumfällungen kommt.

7) Welche Auffassung vertreten Sie zur Zukunft des Vereinshauses „Thomas Mann“? Welche Möglichkeiten der Stadt Nordhausen sehen Sie, die dort „beheimateten“ Vereine beim Erhalt des Hauses zu unterstützen? Steht ein Verkauf des Hauses nach Ihrer Meinung mit der Unterstützung des Ehrenamtes im Einklang? Sind Sie selbst ehrenamtlich tätig?

Ich bleibe bei meiner Auffassung, dass ein Erhalt der denkmalgeschützten Villa der Familie Förstemann als Vereinshaus in der Trägerschaft der Stadt Nordhausen nicht möglich ist. Die Villa muss dringend saniert werden. Die Haushaltslage der Stadt lässt es nicht zu, die Villa zu sanieren und dann weiterhin den Vereinen zur Verfügung zu stellen. Den Vereinen und der Initiative wurde ausreichend Gelegenheit gegeben, ihre Vorstellungen und Vorschläge den Stadträten und der Verwaltung zu unterbreiten, wie sie sich beim Erhalt der Villa beteiligen wollen. Bis zum heutigen Tage sind keine belastbaren Vorschläge gekommen.

Es wird in einer anderen geeigneten Liegenschaft der Stadt ein Vereinstreffpunkt für die Innenstadt geschaffen. Das steht mit der Unterstützung des Ehrenamtes sehr wohl in Einklang.

Ja, ich war lange Jahre sehr intensiv ehrenamtlich bei den Naturfreunden tätig.

8) Der regionale Raumordnungsplan wird derzeitig in der Regionalen Planungsgemeinschaft mit Sitz in Sondershausen überarbeitet. Zu Fragen des Rohstoffabbaus wurden Vertreter der Gipsindustrie angehört. Umweltverbänden hat man diese Möglichkeit vor dem Gremium der Planungsgemeinschaft bisher nicht eingeräumt. Sind Sie der Auffassung, dass für den Gipsabbau im Landkreis Nordhausen weitere Vorranggebiete für den Rohstoffabbau (Gips/Anhydrit) im zukünftigen Raumordnungsplan ausgewiesen werden sollten?

Die zum derzeitigen Zeitpunkt ausgewiesenen Vorranggebiete reichen für den Abbau durch die Gipsindustrie in den nächsten zwanzig Jahren aus. Deshalb bin ich dagegen, heute schon Tatsachen zu schaffen, also neue Vorranggebiete auszuweisen, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Der Landesentwicklungsplan geht allerdings von einem Planungshorizont von 25 Jahren aus. Ich würde mich dafür einsetzen, dass die Planungsgemeinschft in dieser Frage von 20 Jahren ausgeht – also keine neuen Vorranggebiete ausweist.

Haben Sie Kenntnis darüber, dass dem Unternehmen CASEA eine Vorrangfläche für den Gipsabbau von mind. 50 ha südlich der Ellricher Klippen bereits im geltenden Raumordnungsplan eingeräumt wurde?

In bereits geltenden Regionalplan beträgt die Restfäche für die Ellricher Klippen weniger als 5 ha. Das Vorranggebiet Ellricher Klippen Süd beträgt weniger als 20 ha. Darüber hinaus ist mir nichts bekannt.

9) Welche Auffassung vertreten Sie zu der von der Fa. Knauf angestrebten Erweiterung des Steinbruches im Alten Stolberg in das noch verbliebene gleichnamige Naturschutzgebiet als FFH-Gebiet? Würden Sie einem Flächentausch zustimmen angesichts der Tatsache, dass damit ein Präzedenzfall in Thüringen geschaffen würde?

Ich bin strikt und grundsätzlich gegen einen Flächentausch, der FFH-Gebiete bzw. Naturschutzgebiete betreffen würde.

Sind Sie der Auffassung, dass das Unternehmen seine Möglichkeiten der Substitution von Naturgips voll ausschöpft?

Das kann ich nicht beurteilen.

10) Welche Bedeutung haben für Sie die im städtischen Territorium befindlichen Brunnen für die regionale Trinkwasserversorgung? Unterstützen Sie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten zum Schutz der Grundwasserressourcen? Wie stehen Sie zu den damit möglicherweise verbundenen Nutzungseinschränkungen?

Für mich haben sie große Bedeutung. Nur müssen sie auch der regionalen Wasserversorgung konkret dienen. In diesem Kontext unterstütze ich auch die Ausweisung von Wasserschutzgebieten mit den einhergehenden Nutzungsbeschränkungen.

11) Zu welchen Anlässen nutzen Sie die städtischen Radwege?

In meiner Freizeit.

Halten Sie das derzeitige Radwegekonzept und den Radwegeausbau in der Stadt Nordhausen und den Ortsteilen für ausreichend? Welche Radwegeführung in der Stadt Nordhausen ist für Sie beispielhaft? Wo sehen Sie zukünftige Prioritäten in der Planung und Umsetzung, welche Möglichkeiten der Realisierung würden Sie in der Zeit Ihrer Wahlperiode anstreben?

Die Förderung des Fahrradverkehrs innerhalb der Kernstadt, zu den Ortsteilen und die Anbindung an regionale und überregionale Fahrradwege gehört für mich zu den wichtigen Fragen, die für die Stadt Nordhausen im Rahmen einer Strategie „Stärkung des öffentlichen Raums; Verbesserung der Qualität und Attraktivität des öffentlichen Raums“ beantwortet werden müssen.

Der öffentliche Raum ist wichtig für die Entwicklung einer stadt- und klimaverträglichen Mobilität. Die Förderung des Fahrradverkehrs ist Teil der zu lösenden Frage „Mobilität für alle im knappen öffentlichen Raum.“ Auch müssen die geänderten Anforderungen an den öffentlichen Raum wie die Frage der Elektromobilität (z.B. Ladestationen für E-Bikes) beachtet werden.

Für alle bedeutet: Die Mobilitätsbedürfnisse und Mobilitätsformen (hier: zwischen Autoverkehr, ÖPNV, Fahrradverkehr und Fußgängerverkehr) generationsgerecht und barrierefrei zu gestalten, besonders die Schnittstellen sind zu beplanen. Das bereits 2003 verabschiedete Radwegekonzept wurde nie umgesetzt. Es ist – wie oben beschrieben – kritisch zu überprüfen und fortzuschreiben. Das betrifft sowohl die Anbindung der Ortsteile als auch die Radwegeverbindungen in der Kernstadt. Ein negatives Beispiel ist aus meiner Sicht die Anbindung des Stadtteils Nordhausen-Ost über den Bebelplatz.

Auch die Frage der Ladestationen für E-Bikes hat bislang keine Rolle gespielt bzw. die Frage der Anbindung an die anderen Mobilitätsformen (z.B. Fahrradständer) wurde aus meiner Sicht bisher vernachlässigt. Eine der Ursachen liegt sicherlich darin, dass die Stadtverwaltung seit Jahren keinen eigenen Verkehrsplaner beschäftigt, der die Verkehrswege und ihre Vernetzung in der Stadt plant und die Prozesse gemeinsam mit den Bürgern moderiert. Für den Stellenplan des noch in diesem Jahr vom Stadtrat zu verabschiedenden Doppelhaushaltes 2018/2019 habe ich die Besetzung dieser Stelle vorgesehen.

Das Radwegekonzept muss künftig im Haushalt der Stadt beplant und Stück für Stück umgesetzt werden. Oft sind Verbesserungen für den Radverkehr und die Sicherheit auch ohne große finanzielle Aufwendungen machbar.

Im übrigen schlage ich vor, sobald in Nordhausen WLAN auf öffentlichen Plätzen eingerichtet wurde, die Fahrradwege und –verbindungen genauso wie die Verbindungen und Zeiten des ÖPNV in einer APP als Service für Bürger und Gäste anzubieten.

Würden Sie eine öffentliche Diskussion in Form eines „Radwegesymposium“ in der Stadt Nordhausen unterstützen?

Ja, selbstverständlich.

12) Welche Rolle spielen für Sie beim privaten Einkauf

  • Produkte aus dem fairen Handel

  • Produkte mit Biosiegel

  • Regionale Produkte?

Wie spiegelt sich das in Ihrem persönlichen Warenkorb wieder?

In meinem persönlichen Warenkorb finden sich saisonale, regionale und Produkte aus fairem Handel wieder.

Umfrage des BUND Kreisverbandes zum Thema OB- Wahlen in Nordhausen (1)

Wir haben allen OB- Kandidaten die gleichen Fragen mit der Bitte um Beantwortung vorgelegt. Hier nun die Reaktionen der Kandidaten in der Reihenfolge des Einganges der Antworten:

Inge Klaan (CDU) schreibt:

1) Unterstützen Sie die Einrichtung eines Biosphärenreservates Südharz im Thüringer Gipskarstgürtel.

Wie würden Sie sich für die Stadt Nordhausen in den vom Thüringer Umweltministerium eingeleiteten Diskussionsprozess zur Einrichtung eines Biosphärenreservates einbringen?

Welche vorrangigen Aufgaben kämen nach Ihrer Auffassung auf den urbanen Raum zu und in welchen Wirtschaftsbereichen gibt es nach Ihrer Auffassung verstärkte Handlungserfordernisse zur Umsetzung nachhaltigen Wirtschaftens?

Haben Sie ihren Urlaub schon einmal in einem von der UNESCO ausgezeichneten Biosphärenreservat im In- oder Ausland verbracht?

Für eine liebens- und lebenswertes Stadt Nordhausen ist auch eine starke Region im Südharz unerlässlich. Deshalb sollten wir in Zukunft die touristischen Potentiale unsere Heimat heben und so nicht nur die Natur schützen, sondern auch den Tourismus fördern und unsere Wirtschaft stärken. Dabei könnte auch das Biosphärenreservat eine wichtige Grundlage bilden. Die Region zwischen Südharz und Kyffhäuser hat viele Alleinstellungsmerkmale, die bei gezielter Vermarktung neue Marktpotentiale für die Region erschließt. Andere Regionen, wie beispielsweise der Thüringer Wald oder der Spreewald zeigen, dass ein Biosphärenreservat vor allem eine Chance für die Region sein kann. Dafür müssen allerdings gemeinsame Ziele, Qualitäten und Potentiale definiert und gemeinsam an deren Umsetzung gearbeitet werden. Als Oberbürgermeisterin würde ich mir einen detaillierteren Überblick verschaffen und mich danach persönlich in diese Diskussion einbringen. Ich stehe für eine parteiübergreifende Zusammenarbeit in der Sache und beabsichtige, auch bei allen anderen Themen in Zukunft so zu halten. Deshalb lade ich den BUND bereits heute zu gemeinsamen Gesprächen ein und bin mir sicher, dass wir Lösungen finden.

2) Würden Sie als Oberbürgermeisterin/Oberbürgermeister die Wiedereinrichtung der AG Baum unter Leitung des Umweltamtes der Stadt Nordhausen und mit Teilnehmern von Umweltverbänden, Vereinen u.a. interessierten Bürgern unterstützen? Können Sie sich vorstellen, an den Sitzungen der AG Baum teilzunehmen?

Kennen Sie die Baumschutzsatzung der Stadt Nordhausen? Können Sie beurteilen, ob die darin erhobenen Anforderungen in der Stadt satzungsgemäß umgesetzt werden?

Welche Gewichtung würden Sie der Umsetzung der Baumschutzsatzung beimessen? Welche Bedeutung hat für Sie die Bereitstellung von ausreichenden Finanzmitteln zur Erfüllung der aus der Satzung hervorgehenden rechtlichen Verpflichtungen?

Die Baumschutzsatzung der Stadt wird seit vielen Jahren in der Praxis angewendet. In § 3 der Nordhäuser Baumschutzsatzung ist festgelegt, dass der Baumbestand u.a. sichergestellt, erhalten und geschützt werden soll. Diese satzungsgemäßen Inhalte werden durch die Stadt sowohl beratungsseitig als auch ordnungsbehördlich umgesetzt. Ein Baumkataster für städtische Flächen liegt vor. Es ist daher die Aufgabe der Verwaltung, zum einen die fachliche Qualifikation der Mitarbeiter zu erhalten und zu fördern und zum anderen die Einhaltung der Baumschutzsatzung durch Kontrollen abzusichern. Eine AG Baum ist aus meiner Sicht nicht erforderlich. Jeder, der einen Baum fällen möchte, muss dies beantragen und entsprechend Ersatz pflanzen. Durch eine Kommission würde dieses Verfahren länger dauern. Vielmehr würde ich daher die Priorität auf eine verwaltungsseitige Qualifizierung legen.

3) Welche Auffassung vertreten Sie zu der Herausnahme von Waldflächen im städtischen Eigentum aus der forstwirtschaftlichen Nutzung? Könnten Sie sich vorstellen, diese Möglichkeit im Stadtrat zu diskutieren?

Keine Antwort

4 ) Würden Sie sich an einem Landschaftspflegeeinsatz des BUND Kreisverbandes Nordhausen im städtischen Territorium (auch Ortsteilen) beteiligen?

Könnten Sie sich vorstellen, ein Bildungsprojekt zum Erhalt von Streuobstwiesen auf Flächen im Eigentum der Stadt Nordhausen als Projektpartner zu unterstützen?

Eine Beteiligung am Landschaftspflegeeinsatz des BUND kann ich mir vorstellen. Hier sollten wir über Einzelheiten gemeinsam reden. Auch der Erhalt der Streuobstwiesen ist meine Anliegen, insofern unterstütze ich jedes Bildungsprojekt in diesem Zusammenhang.

5) In welchen Bereichen des städtischen Territoriums einschließlich der Ortsteile sehen Sie den Bedarf für Hochwasserschutzmaßnahmen?

Gibt es nach Ihrer Auffassung Alternativen zu technischen Bauwerken wie den Hochwasserrückhaltebecken mit Durchgängigkeitssperrwerken (Dämmen und Kleinstdurchlässen (siehe Nordhausen Ost)). Würden Sie diese alternative Betrachtung von einem Auftragnehmer einfordern?

In den letzten Jahrzenten sind einige Projekt zum Hochwasserschutz gebaut worden, anderen Planung ich mitwirken konnte. Dazu zählt u.a. auch der Hochwasserschutz im Zusammenhang mit dem Industriegebiet Goldene Aue, der Rossmannsbach oder der Hochwasserschutz an der Helme. Alle diese Maßnahmen zeigen inzwischen Wirkung – nicht nur in der Stadt, sondern auch in den Nachbargemeinden. Wichtig ist es, gemarkungsübergreifend zu agieren und die dazu erforderlichen Abstimmungsprozesse mit allen Akteuren der Region zu führen. Sollte es im Einzelnen erforderlich sein, würde ich gerne an das Vergangene anknüpfen und mich für weitere Projekte einsetzen.

6) Wie stehen Sie zur Bebauung des Parks Hohenrode und der damit verbundenen Bodenversiegelung und erforderlichen Baumfällungen?

Der Park Hohenrode ist ein wichtiges Bau und Gartendenkmal unserer Stadt. In den letzten Jahren wurde mit einem hohen ehrenamtlichen Engagement viel erreicht. Zukünftig muss es darum gehen, eine dauerhafte Nutzung auf dem Gelände zu realisieren. Dazu schein die Hotelnutzung gut geeignet. Es sollte daher eine verträgliche Lösung für alle Seiten gefunden werden. Ich bin davon überzeugt, dass dies möglich ist, ohne die Qualitäten des Parks aufzugeben. Allerdings ist die aktuell vorgelegte Lösung aus meiner Sicht keine Variante, die realisiert werden sollte.

Nordhausen und unserer Region profitiert von vielen engagierten Menschen, die nicht nur hier wohnen, sondern leben wollen. Das ehrenamtliche Engagement ist mir daher besonders wichtig. Das Vereinshaus „Thomas Mann“ bedarf einer Sanierung. Hier muss im Dialog mit allen Beteiligten an einer finanziellen Lösung gearbeitet werden, um das ehrenamtliche Engagement der Bürger und Vereine für Nordhausen zu erhalten.

7) Welche Auffassung vertreten Sie zur Zukunft des Vereinshauses „Thomas Mann“? Welche Möglichkeiten der Stadt Nordhausen sehen Sie, die dort „beheimateten“ Vereine beim Erhalt des Hauses zu unterstützen?

Steht ein Verkauf des Hauses nach Ihrer Meinung mit der Unterstützung des Ehrenamtes im Einklang? Sind Sie selbst ehrenamtlich tätig?

Keine Antwort

8) Der regionale Raumordnungsplan wird derzeitig in der Regionalen Planungsgemeinschaft mit Sitz in Sondershausen überarbeitet.

Zu Fragen des Rohstoffabbaus wurden Vertreter der Gipsindustrie angehört. Umweltverbänden hat man diese Möglichkeit vor dem Gremium der Planungsgemeinschaft bisher nicht eingeräumt. Sind Sie der Auffassung, dass für den Gipsabbau im Landkreis Nordhausen weitere Vorranggebiete für den Rohstoffabbau (Gips/Anhydrit) im zukünftigen Raumordnungsplan ausgewiesen werden sollten? Haben Sie Kenntnis darüber, dass dem Unternehmen CASEA eine Vorrangfläche für den Gipsabbau von mind. 50 ha südlich der Ellricher Klippen bereits im geltenden Raumordnungsplan eingeräumt wurde?

9) Welche Auffassung vertreten Sie zu der von der Fa. Knauf angestrebten Erweiterung des Steinbruches im Alten Stolberg in das noch verbliebene gleichnamige Naturschutzgebiet und FFH-Gebiet? Würden Sie einem Flächentausch zustimmen angesichts der Tatsache, dass damit ein Präzedenzfall in Thüringen geschaffen würde?

Sind Sie der Auffassung, dass das Unternehmen seine Möglichkeiten der Substitution von Naturgips voll ausschöpft?

Bezüglich des Themas rund um den Gipsbau habe ich mich in der Vergangenheit öfter detailliert positioniert. Zum jetzigen Zeitpunkt sehe ich kein Erfordernis für eine Neuverritzung. Auf Basis des regionalen Raumordnungsplans sollten Ziele der Region formulieren und rechtssicher abbilden. Dafür werde ich mich in der Planungsversammlung einsetzen.

  1. Welche Bedeutung haben für Sie die im städtischen Territorium befindlichen Brunnen für die regionale Trinkwasserversorgung? Unterstützen Sie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten zum Schutz der Grundwasserressourcen? Wie stehen Sie zu den damit möglicherweise verbundenen Nutzungseinschränkungen?

Keine Antwort

11) Zu welchen Anlässen nutzen Sie die städtischen Radwege? Halten Sie das derzeitige Radwegekonzept und den Radwegeausbau in der Stadt Nordhausen und den Ortsteilen für ausreichend? Welche Radwegeführung in der Stadt Nordhausen ist für Sie beispielhaft? Wo sehen Sie zukünftige Prioritäten in der Planung und Umsetzung, welche Möglichkeiten der Realisierung würden Sie in der Zeit Ihrer Wahlperiode anstreben?

Würden Sie eine öffentliche Diskussion in Form eines „Radwegesymposium“ in der Stadt Nordhausen unterstützen?

Grundsätzlich bin ich davon überzeugt, dass die Stadt zu wenig in die Infrastruktur investiert. Das trifft für Radwege genauso wie für Straßen und Brücken zu. Ich werde mich dafür einsetzen, dass in diesem Bereich mehr Investitionen getätigt werden. Priorität ist dabei, dass die Lücken im städtischen Radwegenetz geschlossen werden und besonders unsere Ortsteile eine bessere Anbindung erhalten. Mein Ziel ist es, die Gesamtqualität unserer Infrastruktur zu erhöhen. Dabei müssen insbesondere die Aspekte der Verkehrssicherheit und Standortattraktivität berücksichtigt werden. Zur besseren Einbindung aller Beteiligten kann ich mir beispielsweise ein hierfür eingerichtetes Fahrradsymposium vorstellen.

12) Welche Rolle spielen für Sie beim privaten Einkauf

  • Produkte aus dem fairen Handel

  • Produkte mit Biosiegel

  • Regionale Produkte?

Wie spiegelt sich das in Ihrem persönlichen Warenkorb wieder?

Gerade in den ländlichen Regionen müssen wir auch die Landwirtschaft stärken. Ich unterstütze daher eine nachhaltige, umwelt- und tierfreundliche Landwirtschaft. Zu einer vielfältigen Produktauswahl gehören insbesondere regionale wie auch biologisch angebaute und fair gehandelte Produkte. Dabei muss allerdings für alle Nordhäuser – ob sie mit großem oder kleinem Geldbeutel unterwegs sind – eine ausreichende Vielfalt an Produkten gewährleistet werden.

Mahd gegen den Gipsabbau

13 Enthusiasten mähten am Sonnabend auf einem BUND-eigenen Sperrgrundstück gegen die Abbaubestrebungen der Gipsfirma Casea – und für die Erhaltung der Biodiversität im amtlich erklärten Hotspot der Artenvielfalt Südharzer Zechsteinrand. Unter den Teilnehmern war auch der Fraktionsvorsitzende der Grünen im Thüringer Landtag, Dirk Adams…

Mit seiner Teilnahme am BUND-Einsatz bekräftigte Dirk Adams die Haltung der Grünen, eine Ausweitung des Gipsabbaus in das FFH-Gebiet zu verhindern. Wenn am Winkelberg in der Rüdigsdorfer Schweiz nicht abgebaut wird, darf es im Raum Himmelsberg keine Winkelbergersatzsteinbrüche geben. Das ist mit der FFH-Richtlinie unvereinbar, aber auch mit vielen anderen Verlautbarungen und Beschlüssen der Politik zur Erhaltung und Förderung des Artenreichtums.

Zumal wir es hier nicht mit irgendeinem Gebiet zu tun haben, sondern mit einem vom Bundesamt für Naturschutz erklärten Hotspot der Biodiversität im Bundes- und europäischen Maßstab.

Dirk Adams interessierte sich auch für die langjährigen Artenschutzaktivitäten von Mitgliedern und Freunden des BUND-Kreisverbandes auf rund 20 Flächen im Gebiet. Nur durch sie kann der Verlust zahlreicher Wuchsorte bemerkenswerter Arten verhindert werden. Auch wurde über mögliche Förderungen dieser ehrenamtlichen Aktivitäten gesprochen.

Seit 2011 mähen Mitglieder und Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen einmal jährlich den Halbtrockenrasen im (Flora-Fauna-Habitat-) FFH-Gebiet Nr. 4, Kammerforst-Himmelsberg-Mühlberg. Dass dieses Grundstück heute Eigentum des Umweltverbandes ist, kann in seiner Bedeutung nicht hoch genug bewertet werden. Es macht eine Vernichtung dieses wertvollen Landschaftssauschnittes durch den Bergbau nahezu unmöglich.

Unterstützt wurden die Mitstreiter und Freunde des BUND zum wiederholten Male von einigen aktiven Geocachern aus der Region, die großes Interesse an dem Pflegeeinsatz zeigten und mehr über dessen Hintergründe wissen wollten. Es entstand ein reger Gedankenaustausch, in dessen Verlauf wir BUNDler auch viel über die ebenso naturverbundene und zum Teil recht abenteuerlich-spannende Beschäftigung der Geocacher erfuhren.

Und wir konnten ihnen über Erfolge unserer alljährlichen Mahd berichten: So beweisen Fotovergleiche und Untersuchungen am Arteninventar, dass nur eine kontinuierliche und geeignete Landschaftspflege allmählich wieder zu einer Vergrößerung der Artenvielfalt führt. Erst jetzt, nach sechs Jahren regelmäßiger, einschüriger Mahd, gehen Neuverbuschung, Verfilzung und insgesamt der Biomasseaufwuchs so weit zurück, dass sich besonders sensible, bedrohte Magerkeitszeiger beginnen, auszubreiten. So konnten wir das zurückgehende und laut Roter Liste Thüringen stark gefährdete Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris) am Sonnabend erstmals in Bereichen des Halbtrockenrasens finden, in denen es 2011 noch undenkbar war. Neben dieser bemerkenswerten Art siedelt auf der Fläche auch ein Bestand der Orchidee Fliegen-Ragwurz mit alljährlich hunderten Pflanzen. Zahlreiche andere bedrohte Arten aus unterschiedlichsten Pflanzen- und Tiergruppen kommen hinzu.

Ein besonders reichhalter, bunter Imbiss sorgte auch für ein lukullisches Vergnügen dieses aktiven Sonnabends. Allen, die dazu beitrugen, sei ebenso herzlich gedankt, wie allen Helfern, ohne die wir die Fläche an nur einem einzigen Tag nicht hätten mähen und beräumen können.
Apropos beräumen: Ein Landwirt aus der Region holte das garantiert biologische Mähgut zur weiteren Verwendung in seinem Betrieb ab. Auch ihm gebührt unser Dank. Wir würden uns freuen, wenn er uns auch im kommenden Jahr unterstützt.

Und wenn ich gerade beim Danken bin: Sofern es einen Wettergott gibt, so scheint er es gut mit uns zu meinen. Wie schon so oft, schloss der Himmel genau zur Zeit eines BUND-Einsatzes für einige Stunden seine Schleusen. Wenn das kein gutes Omen ist?

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Die Arnika bleibt im Landkreis!

Auf den Filetstücken der botanischen Artenvielfalt im Landkreis Nordhausen sind Mitglieder und Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen regelmäßig tätig. Um die Erhaltung dieser Artenvielfalt ging es auch bei ihrem 53. und 54. Einsatz, berichtet Bodo Schwarzberg…

Die Arnika bleibt im Landkreis! (Foto: B. Schwarzberg)

Im nicht enden wollenden Regen mähten zwei Enthusiasten am 1.7. eine besondere Bergwiese im Thüringer Südharz: In der unmittelbaren Nähe der Mähfläche siedeln die hier wahrscheinlich letzten Exemplare der Arnika, dieser einst massenhaft gesammelten und von den alten Nordhäuser Botanikern VOCKE und ANGELRODT als „im Harze sehr häufig“ benannten Heilpflanze, die in Thüringen mittlerweile als „stark gefährdet“ gilt.

Nicht die Sammelwut alter Kräuterweiblein machte ihr aber den flächendeckenden Garaus, sondern zum Beispiel die Intensivierung der Bergwiesennutzung, die Aufgabe extensiver Mahd und der anschließenden schonender Beweidung sowie nicht zuletzt die fehlenden, wirksamen Konzepte des staatlichen Naturschutzes. Noch in den 60er Jahren wurde die Arnika als „arger Platzräuber“ auf den Mittelgebirgswiesen betrachtet, weil sie das Weidevieh verschmähte und sich die Art auf den kurzrasigen mageren Flächen dadurch immer weiter ausbreitete. Heute sind derartige magere Bergwiesen hingegen zur absoluten Ausnahme geworden.

Die gesetzlich geschützte, attraktive, weithin durch ihre großen, gelben Korbblüten auffallende Pflanze benötigt neben dem ständigen Nährstoffentzug durch Mahd und Beweidung vor allem Bodenverwundungen, die das schnelle Überwuchern der dem Boden flach anliegenden Jungpflanzenrosetten durch konkurrierende Arten verhindern, ja die die erfolgreiche Entwicklung der nur kurz keimungsfähigen Samen begünstigen.

Einst als wohlfeile wilde Nutzpflanze behandelt, ist die Arnika heute eine seltene, vom Bundesamt für Naturschutz sogar zur „nationalen Verantwortungsart“ erklärte Pflanze geworden.

Beim 53. BUND-Einsatz ging es um einen Schritt zur allmählichen Wiederherstellung eines kleinen Teils einer seit rund sieben Jahren nicht mehr bewirtschafteten Bergwiese. Hier soll die benachbart siedelnde, und seit etwa 2006 gepflegte Arnika Ausbreitungsmöglichkeiten finden, hier imitierten wir durch tiefe, bodenverwundende Mahd die einstigen „Trittschäden“ historischer Wild- oder Weidetiere.

Die gezielte Ausbringung von Arnikasamen soll zudem die Erhaltung der Art für den Südharz im Verein mit einer Fortsetzung der kontinuierlichen extensiven Mahd, unterstützen.

Am vergangenen Sonnabend hingegen mähten vier Enthusiasten beim 54. BUND-Einsatz einen Halbtrockenrasen im Naturschutzgebiet Harzfelder Holz. Beim Betreten der Fläche wurden wir von hunderten Schmetterlingen umschwirrt, die an den Blüten der vielen blühenden Blumen nach Nektar suchten, – ein auffallender Unterschied zur unmittelbar benachbarten, mit Gülle oder Klärschlamm gedüngten Intensiv-Mähwiese.

Die Arnika bleibt im Landkreis! (Foto: Bodo Schwarzberg)

Wir mähten nur etwa zwei Drittel der Fläche, um Arten wie dem hier noch häufigen Kaisermantel und mehreren Bläulingsarten Nektarpflanzen und den Raupen Futterpflanzen zu erhalten. Mit der einschürigen Mahd helfen wir, die Schutzgebietsverordnung ebenso umzusetzen, wie die FFH-Richtlinie und die Vorstellungen der Politik für ihr Jahrzehnt der Biodiversität 2010 bis 2020.

Zumindest im kleinen Maßstab sehen wir, dass es gelingen kann: Durch kontinuierliche, da ehrenamtliche, extensive Pflege haben sich Orchideen wie das Helm-Knabenkraut (Orchis militaris) und die Bienen-Ragwurz (Ophrys apifera) auf der Projektfläche ausgebreitet, und auch andere Arten, wie das geschützte und in Thüringen stark gefährdete Katzenpfötchen (Antennaria dioica), verloren bisher nicht, wie an kaum zählbaren anderen Stellen in Deutschland ihren Wuchsort.

Die beiden Fotos zeigen die Arnika an ihrem vermutlich letzten größeren Südharzer Wuchsort bei Ilfeld und den Kaisermantel, eine attraktive Schmetterlingsart mancher wärmebegünstigter Lagen im Naturschutzgebiet Harzfelder Holz zwischen Buchholz und Neustadt.

Mahd im Naturschutzgebiet Harzfelder Holz

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Sieben Mitglieder und Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen beteiligten sich am vergangenen Sonnabend am 52. Einsatz zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Wie schon mehrmals in den Jahren zuvor wurden Teile eines Halbtrockenrasens im Naturschutzgebiet Harzfelder Holz gemäht. Für ihn hat der BUND-Kreisverband einen Pflegevertrag mit dem Landesverwaltungsamt abgeschlossen…

Da zurzeit noch einige Orchideenarten sowie weitere geschützte oder bedrohte Arten blühen und fruchten, wurde nur etwa ein Drittel der Vertragsfläche bewirtschaftet. Der Schwerpunkt lag hier auf besonders stickstoffreichen Flächen, deren Arteninventar sich durch jahrelang fehlende oder zu diskontinuierliche Nutzung sowie durch jagdlichen Einfluss gegenüber dem des extensiven Grünlandes verändert hat. Diese Art der Landschaftspflege entspricht auch gut historischen Nutzungsformen, als das Grünland oftmals den zum Teil winzigen Grundstücken entsprechend, mitunter auch zu recht unterschiedlichen Zeiten gemäht oder beweidet wurde.

Dies unterstützt die Erhaltung und Entwicklung von Arten mit unterschiedlichen Wachstums- und Blühzeiten und damit die Artenvielfalt. Auch dient diese vorsichtige Herangehensweise der Erhaltung unserer Insektenwelt.
Zudem wurde der Neuaustrieb von in früheren Jahren entfernten Schlehen abgemäht, was die auf den Halbtrockenrasen unerwünschten Sträucher derzeit besonders schwächt und die Verbuschungstendenz verringert.

Zu den Teilnehmern gehörten diesmal insbesondere Helga und Karl-Heinz Junker aus Sondershausen, Stefan Stolze, Bodo Schwarzberg und Tobias Strietzel aus Nordhausen (letzterer spendierte diesmal den Imbiss anlässlich seines Geburtstages!), Klaus Liebenrodt aus Ilfeld und Uwe Dumjahn aus Neustadt.

Gemeinsam bewunderten wir die Ergebnisse der ehrenamtlichen Arbeit mehrerer Jahre, die sich im floristischen Reichtum dieses NSG-Ausschnittes zeigen: So haben sich der niedrige und leuchtend gelb blühende Magerkeitszeiger Hufeisenklee (Hippocrepis comosa) ebenso ausgebreitet, wie der auffallend lila blühende und gefährdete Dänische Tragant (Astragalus danicus) und das stark gefährdete Helm-Knabenkraut (Orchis militaris, siehe Nahaufnahme Blüte). Bemerkenswert ist auch die Entdeckung von einigen Exemplaren des seltenen Borretschgewächses Deutsche Hundszunge (Cynoglossum germanicum, Foto) am Rande eines Gebüsches der Projektfläche. Der Vergleich mit der nahe verwandten Echten Hundszunge (Cynoglossum officinale) war problemlos möglich, da von dieser viel häufigeren Art ebenso einige Exemplare nachgewiesen werden konnten.

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Treff im Alten Stolberg

Gegensätze auf engem Raum: Hier der den Alten Stolberg zerstörende Steinbruch Knauf, dort die einmalige Artenvielfalt des gleichnamigen Naturschutzgebietes. Um sich diese anzusehen, trafen Waldeigentümer und Vertreter sowie Freunde des BUND-Kreisverbandes Nordhausen zusammen…

Dieser mäht zwei für den botanischen Artenschutz bedeutende Flächen innerhalb des NSG, die zum Teil einer Eigentümergemeinschaft gehören. Am vergangenen Sonntag kam es zu einer gemeinsamen Exkursion zu den bewirtschafteten Flächen. Die Waldbesitzer informierten sich über die dort seit 2004 vom Autor des Beitrages geleistete Pflegearbeit, die seit 2010 regelmäßig auch vom BUND-Kreisverband erbracht wird.

Und dabei geht es nicht um eine x-beliebige Wiese: Auf der einen der beiden bewirtschafteten Flächen wurden 29 bedrohte und nach Bundesartenschutzverordnung geschützte Pflanzenarten nachgewiesen. Eine solch hohe Konzentration bemerkenswerter Arten ist im Gebiet des gesamten Südharzer Zechsteinrandes einmalig.

Den Waldeigentümern wurden anlässlich der Exkursion mehrere Arten vorgestellt, so die in Thüringen stark gefährdeten Arten Abbiss-Pippau (Crepis praemorsa), Färber-Meier (Asperula tinctoria), die Orchidee Langblättriges Waldvöglein (Cephalanthera longifolia) und das erst in den vergangenen Jahren wieder entdeckte Echte Federgras (Stipa joannis). Zur Sprache kam die enorme Bedeutung einer kontinuierlichen Mahd für die Erhaltung dieses Artenreichtums in unseren Naturschutzgebieten, womit ehrenamtlich gesetzliche Vorgaben und politische Vereinbarungen erfüllt werden.

Ausgehend vom Buch des Autors Otto Schwarz „Thüringen – Kreuzweg der Blumen“ wurde das NSG Alter Stolberg als hoch interessanter „Treffpunkt“ für Arten mit westlicher, südlicher, östlicher und nördlicher Verbreitung in Europa vorgestellt.

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Für die Vertreter und Freunde des BUND waren die Ausführungen der Waldbesitzer zur Geschichte der Waldbewirtschaftung im Alten Stolberg besonders interessant, so der frühere Niederwaldbetrieb und die Probleme, die der flachgründige Gipsboden für die forstlichen Erträge mit sich bringt. Unter dem Strich kam heraus, dass die botanische Artenvielfalt im Alten Stolberg genau davon profitiert. Die dadurch bedingten lichten Waldverhältnisse kommen vielen Arten zugute.

Spannend waren auch die Ausführungen der Waldeigentümer über die Gefahren, die dem heutigen NSG Alter Stolberg kurz nach der Wende durch die Interessen der Gipsindustrie drohten und ihr letztlich erfolgreicher Einsatz für ihr Eigentum.

Die Waldeigentümer zeigten sich beeindruckt von den vielen Besonderheiten, die es auf ihren Waldwiesen zu bewundern gibt, aber auch von der ehrenamtlich erbrachten Arbeit an den weitläufigen, oft steilen Hangpartien. Eine weitere Exkursion in den kommenden Jahren ist geplant.